Die Wechseljahre

Ein neuer Lebensabschnitt beginntWechseljahre

In einer Gesellschaft und einem Zeitalter, in denen Schönheit und möglichst lang andauernde Jugend alles bestimmende Trends sind, tauchen die Wechseljahre regelmäßig als Thema auf. Es gilt meistens, alle unangenehmen Erscheinungen dieses Abschnitts im Leben einer Frau aufzuzeigen und immer neue Strategien gegen selbige zu entwickeln.

Ab dem vierzigsten Lebensjahr etwa kündigt sich das Klimakterium langsam an. Erste Anzeichen sind meist Blutungsunregelmäßigkeiten. Diese Phase wird als Prämenopause bezeichnet. Die Menopause selbst ist die Bezeichnung für die letzte Regelblutung. Aus Sicherheitsgründen sollte noch ein Jahr abgewartet werden, ehe frau sich nicht mehr um die Verhütung kümmert. Das darauf folgende Jahrzehnt wird Postmenopause genannt. In diesen Jahren wird die Hormonproduktion von Östrogenen und Gestagenen nach und nach eingestellt. Parallel dazu erhöht sich jedoch der Androgenspiegel. Damit lassen sich Erscheinungen wie erhöhtes sexuelles Verlangen und Aggression erklären, auch wenn ein Teil der Androgene wieder in Östrogene umgewandelt wird.

Obwohl nicht zwangsläufig jede Frau von den unangenehmen Begleiterscheinungen des Klimakteriums betroffen ist und die Beschwerden sehr subjektiv beschrieben werden, besteht häufig der Wunsch, diese zu unterdrücken oder sie zu behandeln. Menstruationsbeschwerden, Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, sexuelle Probleme, Inkontinenz sowie Haut-, Haar- und Gewichtsprobleme führen zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität und sollten dann ernst genommen werden, so frau einen echten Leidensdruck verspürt. „Echte“ Krankheitsrisiken hingegen wie Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen müssen auf jeden Fall ärztlich behandelt werden. Die Osteoporose, die eine direkte Folge des sinkenden Hormonspiegels ist, erfordert die tägliche Einnahme von mindestens 1000 mg Calcium, optimalerweise in Verbindung mit Vitamin D3. Idealerweise wurde schon in jungen Jahren eine gesunde Lebensführung mit reichlich Bewegung automatisiert.

Hormonersatztherapie….

Lange Zeit galt die Hormonersatztherapie als die modernste Behandlung von Wechseljahrbeschwerden. Sie besteht im Allgemeinen aus kombinierten Präparaten mit einer Östrogen- und einer Gestagenkomponente, die aber nicht mit denen der Antibabypille zu verwechseln sind. Diesen Arzneimitteln wurden gewisse Schutzfunktionen auf das Herz-Kreislaufsystem und das Gehirn zugesprochen. Neuere Erkenntnisse stellen selbige wieder in Frage und weisen eher auf erhöhte Krebsrisiken hin. Für einen Großteil der Patientinnen ist diese Therapie ohnehin nicht geeignet, nämlich für Patientinnen mit hormonabhängigen Tumoren – auch in der Familiengeschichte!! –  Lebererkrankungen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Auch zur Vorbeugung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen wird die Hormonsubstitution nicht mehr empfohlen.

…und die Alternativen!

Bei den erhältlichen Phytopharmaka muss zwischen denen mit hormonähnlicher Wirkung und denen ohne unterschieden werden. Zu den ersteren zählen die so genannten Phytoöstrogene, enthalten in zahlreichen Soja- und Rotkleepräparaten. Wirkstoffe sind die Isoflavonoide. Sie sind enthalten in tropischen Früchten und in Sojabohnen und zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen ohne Nährwert. Ihre hormonähnliche Wirkung erklärt sich aus ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den natürliche vorkommenden Hormonen, das heißt, es werden auch die gleiche Hormonrezeptorzellen besetzt. Folgende positive Eigenschaften werden den pflanzlichen Östrogenen zugeschrieben:

  • Abschwächung von Hitzewallungen
  • Vorbeugung der Osteoporose (knochenschützende Eigenschaften)
  • Vorbeugung der Arteriosklerose
  • Senkung des Brustkrebsrisikos
  • Abfangen von freien Radikalen (antioxidative Wirkung)

Obwohl die Wirksamkeit mehreren Studien zufolge zwischen denen von Placebos und echten Hormonersatzpräparaten liegt, gibt es auch schon Stimmen, die vor einem allzu reichlichen Genuss warnen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können. Phytopharmaka sind eben auch Medikamente und sollten als solche ernst genommen und gehandhabt werden. Das Argument, dass asiatische Frauen aufgrund ihres hohen Konsums von Sojaeiweiß weniger häufig an den typischen Klimakteriumsbeschwerden leiden als westliche Frauen, ist daher auch nur für jene Frauen interessant, die keine totale Alternative zu Hormonersatztherapien suchen.

Als Alternative zu hormonähnlichen Substanzen empfehlen sich Präparate mit dem Wirkstoff der Traubensilberkerze. Die Pflanze gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist in Nordamerika, Kanada und auch Europa heimisch. Einigen Indianerstämmen Nordamerikas ist das Kraut als Mittel gegen Rheuma- und Gelenksschmerzen bekannt, es wird aber auch zur Behandlung von gynäkologischen und klimakterischen Beschwerden eingesetzt. Im England des 18. Jahrhunderts wurde es zur Wehenanregung angewandt. Triterpenglykoside, Actein und Cimigosid sind die medizinischen Wirksubstanzen der Traubensilberkerze. Der Wurzelstock liefert weiters Salicylsäure, Isoferulansäure, Tannine, Harze, Fettsäuren und Zucker. Nach neuesten Erkenntnissen ist der gesamte Wirkstoffkomplex von Bedeutung und nicht nur einzelne isolierte Substanzen.

Weitere natürliche Arzneien

Erwähnt sei auch der Mönchspfeffer zur Regulierung von Periodenstörungen während des Klimakteriums.

Die Homöopathie liefert ebenfalls einige Arzneien zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden:

  • Aristolochia wird bei allen Arten von Menstruationsbeschwerden eingesetzt, aber auch bei klimakterischen Beschwerden, verbunden mit Depressionen, Zerschlagenheit und Gelenksschmerzen, klimakterischen Arthropathien, Cystitis.
  • Lachesis steht für Dysmenorrhoe,
  •  Klimakterium allgemein und Hyperthyreose, Neigung zu Thrombosen, Besserung bei Bewegung.
  • Sanguinaria wird bei Wechseljahrbeschwerden mit Migräne und vasomotorischen Wallungen eingesetzt.
  • Sepia eignet sich hervorragend zur Behandlung aller Periodenstörungen während der Wechseljahre, Depressionen, Migräne, nervöse Erschöpfung und Senkungsbeschwerden der Beckenorgane.

Wirksame Nahrungsergänzungsmittel

Hochwertige Wirkstoffe und pflanzliche Vitalstoffe wie Rotklee, Soja und Nachtkerzenöl können für mehr Lebensqualität am Tag und in der Nacht sorgen.

Rotklee- und Soja-Extrakt (beinhaltet natürliche Isoflavone) wirken ausgleichend auf den weiblichen Hormonhaushalt, bei Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen sowie positiv auf die Knochendichte. Extra Plus: Stärkung der Blutgefäße für ein gesundes Herz- und Kreislaufsystem und zur Unterstützung bei Haarausfall.

Mit Freude in den neuen Lebensabschnitt

Zur Unterstützung des Wohlbefindens während der Wechseljahre zählen regelmäßige körperliche Betätigung, gesunde Ernährung, Wechselbäder, Beckenbodengymnastik, Gleithilfen bei der so genannten „trockenen Scheide“ und, wenn nötig und erwünscht, eine begleitende Psychotherapie.

Es ist wichtig, dass frau sich  nicht, wie von der Gesellschaft und den Medien oft impliziert wird, als Mangelwesen sieht und diese Zeitperiode als von der Natur vorgesehen annehmen kann. Aus Angst vor der Vergänglichkeit der Jugend wird oft übersehen, dass dieser Lebensabschnitt auch eine Menge schöner Dinge für die Frau bereithalten kann. Frauen, die von jeher ein positives Verhältnis zu ihrem Körper hatten, berichten häufig von einer reifen und verstärkten Empfindungsfähigkeit und können den Wechseljahren durchaus neue Genüsse und sinnliche Freuden abgewinnen.

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