Prostata und ihre Krankheiten

Sorgen Sie vor mit einem jährlichen Prostata-Check!Prostata und ihre Krankheiten

Die erste anatomische Beschreibung der Prostata erfolgte bereits 300 vor Christus durch Herophilos von Chalkedon. Er bezeichnete sie als „Die Vorstehende“. Durch das etwa 1800 Jahre andauernde Verbot der Sektion von Leichen blieb dies auf lange Zeit die einzige Beschreibung. 

Aufbau der Prostata und Prostatasekret

Die Prostata ist eine exokrine Drüse mit Ausführungsgängen in die Harnröhre. Sie besteht aus circa 30 bis 50 Einzeldrüsen. Diese produzieren ein Sekret, das bei der Ejakulation in die Harnröhre abgegeben wird und sich dort mit den Spermien vermischt. Das Sekret macht beim Menschen etwa 30% des Ejakulates aus. Da die Vagina zum Schutz vor Infektionen sauer ist, erhöht das Prostatasekret mit seinem pH-Wert von 6,4 die Überlebenschancen der Spermien. Die Prostata liegt unter dem Bauchfell (Peritoneum). Die Funktion der Prostata wird über das Hormon Testosteron reguliert.

Durch die Prostata verläuft beim Menschen außerdem der paarig angelegte Spritzkanal (lat. Ductus ejaculatorius), durch den während der Ejakulation ca. 70% des Ejakulat-Volumens fließen – die Fraktionen aus dem Nebenhoden und aus der Samenblase.

Soviel zum Anatomischen. Leider interessiert sich Mann meist erst für sie, wenn sie Probleme macht – dabei  war sie zum Beispiel bei der Zeugung der Kinder nicht weniger wichtig als der Penis. Sogar wenn die typischen Beschwerden auftreten und das Wasserlassen zur Qual wird, besucht nur ein Drittel der Betroffenen den Arzt.

Von der Kastanie zum Pfirsich

Die unangenehme Eigenschaft der Prostata besteht darin, sich mit der Zeit vom “Spermabeschleuniger” in eine “Urinbremse” zu verwandeln. Hat sie bei jungen Männern etwa die Größe einer Kastanie, leben die meisten älteren Herren schon eher mit einem Pfirsich zwischen Penis und Blase. Bei über 90 Prozent der 80-Jährigen und der Hälfte aller 70-Jährigen hat die Prostata eine Größe erreicht, die Probleme macht: Ihr Wachstum verengt die mitten durch sie hindurchführende Harnröhre. In der Folge wird der Harnstrahl immer schwächer, schließlich lässt das angeschwollene Organ den Urin nur noch tröpfchenweise hinaus. Es droht der komplette Harnverhalt – nichts geht mehr. Den betroffenen Männern bleibt nichts anderes übrig, als sich mehrmals täglich mit Hilfe eines Katheters zu erleichtern oder operieren zu lassen. Darüberhinaus kommt es durch den Stau in Prostata und Blase ständig zu schmerzhaften Harnwegsinfektionen oder Entzündungen (Prostatitis)
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Natur versus Chemie

Welche Behandlung solche Folgeschäden am besten verhindert, ist unter Experten noch umstritten. Zur Verfügung stehen pflanzliche Präparate (Extrakte aus Sabalfrucht, Brennnesselwurzeln, Roggenpollen, Kürbiskernen sowie Beta-Sitosterin) und chemisch hergestellte Medikamente (Alpha-Rezeptorenblocker, 5a-Reduktasehemmer, Östrogene). Metaanalysen bescheinigen beiden Ansätzen Wirksamkeit, in Europa scheinen aber von Land zu Land besondere Vorlieben zu bestehen. Während österreichische und deutsche Männer zunächst auf pflanzliche Wirkstoffe vertrauen, setzen vor allem die Engländer gleich auf Chemie. Auf dem Markt gibt es derzeit eine neue Rezeptur (Präparat Biobene), die folgende Wirkstoffkombination enthält:

Gräserpollenextrakt: Natürliche Phytosterine aus Gräserpollen entsprechen dem vierfachen Phytosterin-Anteil von Kürbiskernen. 
Der Begriff „Gräserpollen“ bezeichnet Pollen, die nicht von Bienen, sondern mechanisch unmittelbar von den Blüten geerntet werden. Sie werden von blühenden Getreidegräsern gewonnen. Traditionell werden in China Gräserpollen aus Getreidegräsern schon seit dem 7. Jahrhundert verwendet. Gräserpollen werden antioxidative und allgemein stärkende Eigenschaften zugeschrieben. Für Allergiker kann es Entwarnung geben: Diese Gräserpollen sind komplett allergenfrei! Die Gräserpollen (Phytosterine) verbessern die Fähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren. Somit kann sich die Menge an Restharn reduzieren. Außerdem unterstützen Gräserpollen die Abwehrkraft des Urogenitaltraktes. Diese Eigenschaften wirken sich auch positiv auf die weibliche Blase aus.

Granatapfelextrakt:
 Die antioxidativen Effekte des Granatapfels sind hinlänglich belegt und anerkannt. Der Granatapfel – als Symbol der Fruchtbarkeit und Liebe, sowie der ewigen Jugend – wurde bereits im alten Griechenland und bei den Römern zur „Stärkung der Manneskraft“ Liebeselixieren beigemischt. Granatäpfel enthalten eine große Menge an sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Polyphenolen. Polyphenole wiederum werden oft als die „Vitamine des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Der positive Einfluss auf Durchblutung, Herz und Kreislauf ist erwiesen.

Magnesiumchlorid:
 Magnesiumchlorid ist ein zusammengesetzter Mineralstoff und kommt in der Natur im Carnallit und im Meerwasser vor. Magnesiumchlorid wird für seine Fähigkeit geschätzt, Gesundheit und Lebenskraft zu erhalten.

Krankheiten der Prostata

Als Prostatitis bezeichnet man eine Entzündung der Prostata. Die Benigne Prostatahyperblasie (BPH) ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die oft zu einer Harnabfluss-Störung führt.

Prostatakrebs

Prostatakrebs nennt man einen bösartigen Tumor der Prostata. Er ist das häufigste Malignom und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern in Deutschland und in Österreich. Während die BPH in der Regel die zentrale Organzone betrifft, geht das Prostatakarzinom meist von den peripheren Drüsenanteilen aus. Beide Erkrankungen kommen typischerweise erst gehäuft im fortgeschrittenen Lebensalter vor. Vielleicht der wichtigste Grund dafür, seine Prostata nicht zu ignorieren, ist die Krebsgefahr, die von ihr ausgeht. Die bösartige Form der Prostatavergrößerung, das Prostatakarzinom, ist mit 40 Neuerkrankungen pro 100.000 Männern und Jahr alles andere als selten. Jeder zehnte Mann wird in seinem Leben mit der Diagnose “Prostatakrebs” konfrontiert, bei einem Drittel davon führt die Erkrankung zum Tode. Erschreckende Zahlen – trotzdem ist das Prostatakarzinom noch einer der “angenehmsten” Vertreter seiner Art. Es wächst im Allgemeinen so langsam, dass Betroffene auch ohne Behandlung noch durchschnittlich 15 Jahre mit dem Tumor leben können. Zudem ist die Krebstherapie aufgrund der Häufigkeit des Tumors schon sehr weit fortgeschritten, zahlreiche wirksame Behandlungen stehen zur Verfügung.

Jährlich zum Prostata-Check

Solange noch keine Nachbarorgane befallen sind, betragen die Heilungschancen durch eine Operation bis zu 90 Prozent. Andernfalls vermag eine Therapie auch ohne völliges Verschwinden des Tumors zu einer annähernd normalen Lebensspanne zu verhelfen. Jährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen sollten daher für jeden Mann ab 50 selbstverständlich sein!

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