Sexualgesundheit

sexualgesundheitLiebe & Sex machen glücklich und stärken das Immunsystem

So harmonisch es dabei auch zugehen mag – das Liebesspiel ruft die körpereigene Viren-Polizei auf den Plan. Vor allem die Auseinandersetzung mit den in den Körperflüssigkeiten des Partners enthaltenen Krankheitserregern fordert und trainiert unser Immunsystem. Da sexuelle Aktivität unser Immunsystem nachweislich stärkt, werden Menschen, die oft Sex haben, werden auch seltener krank. Regelmäßiger Geschlechtsverkehr erhöht die Zahl der weißen Blutkörperchen und der natürlichen Killerzellen auf das Doppelte.

In der betreffenden Studie hatten Forscher die Auswirkungen von Stress und Erotik auf das Abwehrsystem untersucht. Dabei stellten Sie fest, dass auch Stress das Abwehrsystem aktivieren kann. Anders als bei Sex werden bei Stress aber auch vermehrt Stresshormone wie Kortison und Somatotropin ausgeschüttet. Wissenschafter haben sogar die optimale Sex-Häufigkeit herausgefunden: Ein bis zweimal pro Woche steigere am effektivsten die Produktion von Antikörpern, die unserem Immunsystem helfen, gegen Viren und Bakterien vorzugehen.

Alles beginnt mit der Sehnsucht

Der Mensch ist ein Kuscheltier und sehnt sich nach Berührung. Schließlich ist Berührung ein elementarer Bestandteil des Lebens: Babys die an der Mutterbrust nuckeln, die herzliche Umarmung unter Freunden, der Händedruck, das Begrüßungsbusserl, das aufmunternde Schulterklopfen und natürlich die zärtliche Umarmung von Liebenden. Ein so gearteter – positiver – Körperkontakt geht buchstäblich unter die Haut, gibt Sicherheit und emotionalen Halt, Geborgenheit und Trost. Der (berührte) Mensch fühlt sich genährt, beruhigt und ist entspannt. Berührung unter Liebenden ist die Ausgangsbasis für Zärtlichkeit und Sex. Wird die Berührung dann auch noch mit Werten wie Verlässlichkeit, Verbindlichkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit, Respekt, Mitgefühl und Gerechtigkeit verschmolzen, steht gutem Sex nichts mehr im Weg.

Begehren beginnt mit Balance

Am Beginn einer Beziehung glauben Paare an das ewig andauernde Begehren. Kaum eine Minute vergeht, ohne an den anderen zu denken, körperliche Nähe ist ständig willkommen und gegenseitige Berührungen verschaffen Hochgefühle. Mit der fortwährenden Dauer einer Partnerschaft fällt es aber zunehmend schwerer, ein Klima der Erotik und des Begehrens aufrecht zu erhalten. Werden dann – wenn überhaupt – nur mehr Bedürfnisse befriedigt, bleibt die Liebe zwangsläufig auf der Strecke.

Um Schräglagen in der Beziehung zu vermeiden, gilt es das passende Maß an Nähe und Freiheit, an Bindung und Autonomie sowie an Lust und Verzicht herzustellen. Dies können die Partner jedoch nur durch Ausprobieren und gemeinsames Reflektieren finden. Jedenfalls braucht Beziehung Zeit: Zeit füreinander. Dabei könnten fixe Dates helfen: Tragen Sie – wie bei anderen Fixpunkten auch – einen Termin für Ihre „Paarzeit“ in den Kalender ein. Anfangs mag Ihnen das vielleicht komisch vorkommen, womöglich empfinden Sie es auch als gänzlich überzogen oder unpassend. Die Praxis wird Ihnen aber bald zeigen, wie wichtig solche geplanten Dates sind um die Liebe und das Begehren dauerhaft aufrecht zu erhalten. Nutzen Sie diese Termine auch um Werte wie Verlässlichkeit, Verbindlichkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit, Respekt, Anteilnahme und Gerechtigkeit zu pflegen, da sie der Persönlichkeit jedes einzelnen und der gemeinsamen Beziehung helfen und sprechen Sie über Ihre intimsten Wünsche.

Sexualität beginnt im Kopf

Glaubt man der Wissenschaft, denken Männer alle acht Minuten an Sex. Kleinste Reize und Anregungen reichen oft, um sexuelle Fantasien zu wecken. Aus meiner Praxis der Paarberatung kann ich dies jedoch nicht bestätigen. Vielmehr klagen sowohl Männer als auch Frauen – besonders in langjährigen Beziehungen – über Langeweile, Frust und immer öfter über Lustlosigkeit. Erfüllte Sexualität kann jedoch eine der stärksten Kraftquellen sein.

Für manche Menschen ist Sex wichtiger, für andere nicht. Einige nutzen Sexualität als emotionale Bindungsstelle, zum Auftanken und für den energetischen Austausch. Für andere stellt er eine nicht anders lebbare Innigkeit dar. Und es gibt genug Daten, die zeigen, dass Sex gesundheitlich relevant ist, dass er etwa das Immunsystem stärkt und die Durchblutung verbessert. Aber der Druck, Sex unbedingt leben zu müssen, kann zu zahlreichen Sexualstörungen führen. Auch beim Sex gilt: Qualität vor Quantität und keine Orientierung an Mythen und einschlägigen Filmen.

Sexuelle Konditionierung beginnt in der Familie

Sexualität beinhaltet viele verschiedene Aspekte und wird erlernt. Einerseits durch die Prägung unserer unmittelbaren Bezugspersonen und wie diese mit Sexualität umgehen, andererseits durch Medien, Bücher und durch Gespräche. So formt sich das eigene Bild wie man(n) sich beim Sex verhält und was vom anderen Geschlecht in der Sexualität erwartet wird. Wer sich vor allem an den Vorgaben der Medien oder auch an Sex-Ratgebern orientiert, wird häufig in Klischees stecken bleiben. Achten Sie einmal genau auf die Botschaften. Oftmals wird nur um die eigentlichen Themen oder Fragen herumgeredet. Aus Scham, Angst und Unkenntnis wird häufig der mechanischen Seite des Beischlafs der Vorrang gegeben und Beziehungsfragen und Verhaltensweisen besprochen, die gerade „in“ sind. Die übergeordnete Frage könnte lauten: „Wie komme ich gut an und wie erfülle ich bestimmte Vorstellungen?“ anstatt auf eine innere Suche nach Ekstase und Glück zu gehen. Der übliche Umgang mit Sex ist ein Hängenbleiben in Äußerlichkeiten, ein Spiegel unserer Zeit und gesellschaftlichen Vorgaben, in der alles Spirituelle und Tiefere profaniert. Nur wenige trauen sich, die wirklichen Gefühle, all den Frust und die unerfüllten Bedürfnisse zu thematisieren, weil es die mediale Glanzwelt zerstört.

Ekstase beginnt mit Aggression und Herz

Aggression – und damit meine ich keinesfalls Gewalt – ist eine wesentliche Komponente beim Sex. Das aggressive männliche Potenzial macht den Mann erst leidenschaftlich, ungezähmt und unberechenbar. Aggression weckt die animalische Seite, die pure Lust und Geilheit im Mann. Sie lässt ihn die Frau erobern und seine Stärke und Wildheit spüren. Aggression ist eine Grundvoraussetzung für sexuelles Verlangen, Eroberungswillen und Leidenschaft beim Mann. Doch alle gelebte ekstatische Kraft ist nichts, ohne die Öffnung des Herzens. Männer verschließen oft aus Angst vor den eigenen Gefühlen beim Sex oft ihr Herz und trennen sich so von ihrer Liebe. Das ist deshalb doppelt tragisch, da dann auch die Frau seine Liebe in der sexuellen Begegnung nicht spüren kann. Bei einigen Männern ist die Trennung von Sex und Herz so stark ausgeprägt, dass sie nur von Frauen sexuell angeregt sind, die sie nicht lieben, während sie bei der geliebten Partnerin keine sexuelle Lust verspüren.

Geschätzte Männer, weder das ausgeprägte Machogehabe noch der dauerhafte „Mr. Nice Guy“ lassen Frauenherzen höher schlagen. Seien Sie in Ihrer männlichen Urkraft, zeigen Sie Herz und Gefühl! So schaffen Sie eine erotische, magnetische Schwingung, die eine Frau erfassen und mitreißen kann. Ihnen selbst wird es dadurch möglich, den Orgasmus nicht nur im Becken, sondern auch im Herzen zu erleben.

Orgasmus beginnt mit Erleben

Haut an Haut, intime Zärtlichkeit, erregendes Streicheln: Körperliche Zuwendung beim Sex hat einen besonderen Stellenwert und bringt eine Reihe gesundheitsfördernder Prozesse im Körper in Gang: Neben Oxytocin wird auch das so genannte Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Berührung aktiviert auch das körpereigene Belohnungssystem, wodurch Dopamin freigesetzt und ein freudiger Reiz ausgelöst wird.

Der männliche Orgasmus ist aber nicht gleich zu setzen mit der Ejakulation, sondern bezieht vielmehr verschiedene Erlebnisebenen mit ein. Neben der körperlichen auch die emotionale, geistige und spirituelle Ebene. Der Körper ist energetisiert, er vibriert und wird immer wieder durch leichtes Zucken mit Wohligkeit erfasst. Nicht nur der Beckenboden des Mannes sondern auch das Herz wird geschüttelt. Ein emotionaler Strom, der alles mitreißt, entsteht. Die geistige Ebene lässt Fantasien und Bilder im Kopf entstehen, denkt Mögliches und Unmögliches. Auf der spirituellen Ebene betritt der Mann seinen eigenen Tempel. Er erlebt Demut und Hingabe, wenn er bereit ist Kontrolle aufzugeben und völlig loszulassen. Im Französischen wird von „Le petite mort“ – dem kleinen Tod – gesprochen. Er bezeichnet sehr treffend die nach dem Orgasmus eintretende enorme Entspannung verbunden mit einem tiefen Glücksgefühl und einem angenehmen Zustand in dem man(n) lange verweilen möchte. Dieser Zustand braucht allerdings die Bereitschaft zur Hingabe alles loszulassen, sich fallen zu lassen und die Kontrolle zu verlieren, damit Mann auf eine innere Reise gehen kann.

Männlichkeit beginnt mit Revolution

Nehmen Sie sich Zeit und überdenken Sie Ihr Verhalten im Hinblick auf Ihren Sex und Ihre Liebesbeziehung. Wenn Sie und auch Ihre Partnerin zufrieden mit Ihrem Sexualleben sind, brauchen Sie nun nicht mehr weiter zu lesen. Alljenen Lesern dieses Artikels, die nun eine leichte Unzufriedenheit in sich spüren, möchte ich nachfolgende Zeilen widmen: Gehen Sie  in sich auf Entdeckungsreise, packen Sie Mut und Sehnsucht ein und seien Sie bereit für die sexuelle Revolution Ihres Mannseins. Einen Orgasmus auf allen Ebenen erleben zu dürfen muss geübt und vorbereitet werden: Energetisieren und befreien Sie Ihren Körper, öffnen Sie sich für Emotionen und schaffen Sie so Kontakt zu Ihrem Herzen. Die geistige Ebene erschließen Sie sich am einfachsten durch Meditation. Durch kurze Einstimmungen führen Sie sich in innere Erlebnisräume, die tranceartig sind.

Ein Umdenken ist sicherlich erforderlich, um vom (kurzen) Kick des HöhePUNKTES zu einem HöhenFLUG zu gelangen. Wer es aber wagt, diesen Weg zu gehen, wird sich und seine Sexualität völlig neu entdecken.

Hier können Sie die komplette Ausgabe anfordern …

Zurück zur Übersicht …

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird niemals veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>