Anti-Aging

Nicht nur für die Frau

Anti-Aging

Der großartige Loriot meinte einst: „Altern ist eine Zumutung“. Von vielen Menschen sicherlich so wahrgenommen – man kommt morgens langsamer auf Trab und die ersten  Bewegungen sind schmerzhaft, der Rücken wird runder, die Körpergröße nimmt ab, Muskeln verlieren an Fülle, man setzt Fett an, obwohl man nicht mehr isst als früher und Erholungszeiten nach Anstrengungen aller Art werden länger. Auch das Äußere bleibt nicht verschont, erste graue Haare zeigen sich, oftmals auch in Kombination mit Haarausfall, die  Haut wird trocken, Fältchen bilden sich, die Körper- und Gesichtskonturen werden schlaffer. Außerdem lassen Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit nach – kurzum, insgesamt macht sich ein Nachlassen der „Spannkraft“ bemerkbar. Das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer.

Die Mechanismen des Alterns

Gegen den Alterungsprozess anzukämpfen, den Quell ewiger Jugend zu finden, ist ein uralter Menschheitstraum. Das Wunder des Jungbrunnens, wie es Lucas Cranach der Ältere in seinem Gemälde 1546 darstellte, gibt es nicht, dennoch macht die Wissenschaft deutliche Fortschritte in der Erforschung der Mechanismen des Alterns.  Zunehmende Oxidationsprozesse, Wasserverlust – Dehydrierung, Mitochondrien – Erschöpfung, Rezeptor-Desensibilisierung oder Abstumpfung, zunehmende Insulinresistenz, hormoneller Abbau (vor allem der anabolen Hormone) und zunehmende Katabolie, verminderte Stresstoleranz, verminderte Enzymaktivität sowie zunehmende Gendefekte sind für das Altern verantwortlich.

Gesundheit bis ins hohe Alter

Anti-Aging bedeutet Gesundheit bis ins hohe Alter. Im 21. Jahrhundert sind wir nun soweit,  dass praxisorientierte Programme für gesundes Altern zur Verfügung stehen. Anti-Aging sollkeine heute übliche Reparaturmedizin sein, sondern präventive Medizin auf höchstem Niveau.

Anti-Aging geht alle an

Männer neigen häufig zu Bagatellisierung Ihrer Beschwerden und suchen oft reichlich spät einen Arzt auf. Liegen allerdings Untersuchungsergebnisse auf dem Tisch, akzeptieren Männer diese oftmals doch recht schnell und setzen die Therapieempfehlungen dann mit erstaunlicher Konsequenz um.

Die Säulen der Anti-Aging – Medizin

Das sind Ernährung, Umwelt, soziales Umfeld, Bewegung, Hormone und Entspannung.

  • Ernährung

Die passende Ernährung ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesundheit. Zwischen 30 und 60%  aller Erkrankungen sind ernährungsassoziiert. Ungesundes Essverhalten ist demnach ein nicht zu vernachlässigender Risikofaktor, wenn es um die Entstehung chronischer Krankheiten geht. Dennoch ist die Schere zwischen Wissen und Handeln groß. Dies wurde kürzlich von Experten bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen 2011 auch heftig diskutiert. Ist es wirklich nötig, Lebensmittel durch entsprechende Zusätze zu verändern, um so die Gesundheit oder sogar den Alterungsprozess positiv zu beeinflussen? Reichen hierfür nicht gute, naturbelassene Lebensmittel in der richtigen Kombination und Menge?

Das würde auch der Umwelt zugutekommen und damit wieder uns!

Ein Kennzeichen unserer Zeit ist, dass immer mehr Menschen das Bedürfnis entwickeln, sich gesund zu ernähren. Im Dickicht von Lebensmittelpyramiden, Diät-Empfehlungen,  Nährwerttabellen und Ernährungsrichtungen wird es zusehends schwerer, das passende Rezept herauszufiltern. Individuelle Beratung unter Berücksichtigung von Unverträglichkeiten, Gesundheitszustand und Lebensumständen, kann hier Orientierung geben. Außerdem ist zu beachten, dass trotz Erforschung der einzelnen Bestandteile von Nahrungsmitteln, wie Fettsäuren, Aminosäuren, Vitaminen oder Mineralstoffen, Essen auch als Gesamtheit zu sehen ist. Es ist durchaus möglich, dass einige Inhaltsstoffe nur im Zusammenspiel mit anderen gesundheitsförderlich wirken.

  • Bewegung

Sich für Sport zu begeistern ist durchaus eine Männerdomaine, geht es jedoch darum, sich regelmäßig ausreichend zu bewegen, hält die Begeisterung sich oftmals in Grenzen. Doch gilt für Mann und Frau gleichermaßen: Bewegung ist eine äußerst wichtige Säule des gesunden, selbstbestimmten Alterns!

Wer sich ausreichend bewegt, sich seinem Körper zuwendet und ihn anerkennt, so lange  alle Körperfunktionen uneingeschränkt funktionieren, kann seine Leistungsfähigkeit steigern und erhalten. Welche Sportarten man wählt, ist abhängig von den individuellen Neigungen und Möglichkeiten.

Der Glaube, Krafttraining eigne sich nicht für ältere Menschen ist weit verbreitet – völlig zu Unrecht – Muskeln haben eine immens wichtige Stoffwechselfunktion und sie sind die effektivsten Verbrennungsmaschinen unseres Organismus. Je weniger Muskel, umso leichter setzt man Fett an. Das gesamte Skelett wird wesentlich von Muskeln gehalten und unterstützt. Zum Erhalt einer attraktiven Körpersilhouette ist die richtige Muskel- und Fettverteilung ausschlaggebend. Außerdem ist Muskelschwund eine der Hauptursachen für Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit. Zweifelsohne können Menschen in jedem Alter mit geeignetem Training wieder Muskeln aufbauen!

Das Hauptregenerationshormon STH (Wachstumshormon) wird von der Hypophyse natürlicherweise vor allem in nächtlichen Tiefschlafphasen ausgeschüttet und hat im Anti-Aging eine hohe Bedeutung. Auch nach körperlichem Training wird vermehrt STH ausgeschüttet!

  • Hormone

Das männliche Hormon Testosteron nimmt bei Männern zwischen dem 25. und 75. Lebensjahr um 50% ab. Demnach spielt der hormonelle Wandel nicht nur beim Alterungsprozess der Frau, sondern auch bei dem des Mannes eine wichtige Rolle. In diesen männlichen “Wechseljahren”, allgemein Andropause genannt, neigen Männer zu Depressionen, Reizbarkeit, Libidoverlust und Erektionsstörungen.

Der Verlust der „Lust“  sollte nicht heruntergespielt werden, nachlassende Libido kann auch ein Frühwarnsymptom des Körpers für vielfältige Erkrankungen sein. Außerdem steht sexuelle Gesundheit in engem Zusammenhang mit körperlichem und seelischem Wohlbefinden. Allerdings ist die Hormonsubstitution allein nicht für jeden die beste Lösung, es sollte eine entsprechende Abklärung und ganzheitliche Therapieempfehlung durch einen Experten erfolgen.

  • Entspannung

Ein nicht zu unterschätzender Faktor zur Prävention, neben dem Ausdauertraining, ist die bewusste Entspannung. Sei es Meditation oder andere Formen der Regeneration, wichtig ist auch hier eine gewisse Regelmäßigkeit und eine Vorstellung dessen, was man am Ende seines Lebens erreicht haben will. Durch eine Rückkehr zu inneren Werten können  Entspannungstechniken erst den gewünschten Effekt entfalten.

Interesse hält fit

Auch lebenslanges Interesse hält fit, vielseitig interessierte und geistig rege Menschen leben länger. Das Gehirn muss man wie einen Muskel trainieren, denn unser Gehirn „denkt“  nicht nur, sondern koordiniert auch Bewegungsabläufe, beherbergt neben dem Gedächtnis unsere emotionale Befindlichkeit und sorgt für die Produktion von Hormonen.

Das äußeres Erscheinungbild

Ganz wesentlich zur Befindlichkeit trägt auch ein gepflegtes Äußeres bei. „Der Weg zur Gesundheit ist täglich ein aromatisches Bad und eine duftende Massage”. Dieser Satz des Hippokrates könnte das Motto für jeden Mann sein, der jung, attraktiv und gesund bleiben will. Körperpflege ist durchaus auch männlich!

Da Männerhaut anders ist, nämlich um 20% dicker, kommt sie durch ein gröberes und robusteres Hautrelief mit Umweltbelastungen, wie Sonne oder trockener Luft besser zurecht und ist durch das höhere Wasserbindungsvermögen oft bis zum 30. Lebensjahr fester und  straffer als das von Frauen. Ab dem 35. Lebensjahr setzt ein Umkehrprozess ein. Die Produktion neuer Hautzellen verlangsamt sich, die Elastizität des Bindegewebes lässt schnell nach. Die Haut verliert ihre Fähigkeit, genügend Feuchtigkeit zu binden.

Männerhaut verfügt über mehr Talgdrüsen, nimmt mit zunehmendem Alter die Talgproduktion ab, graben sich Falten viel tiefer und sichtbarer als bei Frauen in die Haut.

Speziell entwickelte Pflegeprodukte gibt es mittlerweile in allen Preiskategorien, auch die Zahl der Interventionen der ästhetischen Medizin an Männern nimmt zu. Vor allem verspricht sich der Mann vom besseren, frischeren Aussehen, bessere Karriere­chancen.

Last but not least, 40% der Männer sind von irgendeiner Form von Haarausfall betroffen. Oft handelt es sich um erblich bedingten Haarausfall. Generell ist eine Behandlung in den Fällen möglich, wo Ursachen wie Nährstoffmangel, Stress, Medikamente oder Chemikalien in manchen Pflegeprodukten zugrunde liegen. Nach der entsprechenden Abklärung, kann man mit zielgerichteter Behandlung, auch lokal, z.B. mit Mesotherapie, die Ursache bekämpfen und die Haarwurzeln wieder aktivieren.

Liebe hält jung

Schön langsam holen die Männer in der Nutzung von Anti-Aging Maßnahmen auf und sicher teilen viele die Meinung dass einer der schönsten Aspekte für ein geglücktes und gesundes Leben und gleichzeitig die wirksamste Anti-Aging Maßnahme, ein erfülltes  Liebesleben ist!

Trotz der pointierten Aussage von Loriot „Männer und Frauen passen nicht zusammen“, scheint doch auch die Liebe sowohl Männer als auch Frauen jung zu halten. Denken Sie nicht auch?

Hier können Sie die komplette Ausgabe anfordern …

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