Die Wirbelsäule des Mannes

Tragende Kraft im Körper

Die Wirbelsäule des MannesLaut Statistik Austria ist die Wirbelsäule unsere Problemzone Nummer eins. Rund ein Drittel aller Personen im Alter von 15 und mehr Jahren, also fast 2,3 Millionen Menschen, leiden unter Wirbelsäulen-Beschwerden. Diese sind auch die häufigste Ursache von Schmerzen: 1,5 Millionen Menschen hatten in den 12 Monaten vor der Befragung im Bereich der Wirbelsäule zeitweise erheb­liche Schmerzen, 1 Million litt akut (in der Woche vor der Befragung) daran.

Die Wirbelsäule – die tragende Kraft
Das doppelte S der Krümmung wirkt wie eine Spiralfeder,  die, wenn sie optimal ausgerichtet ist, Flexibilität und Kraft in sich vereint.

Die Wirbelsäule setzt sich zusammen aus:

  • 7 Halswirbeln der Halswirbelsäule
  • 12 Brustwirbeln der Brustwirbelsäule
  • 5 Lendenwirbeln der Lendenwirbelsäule
  • 5 Kreuz- und Steißbeinwirbeln

Die Wirbelsäule des Menschen ist einzigartig
Ihre typische S-Form mit einer Wölbung nach hinten im Brustbereich und einer Krümmung nach vorne im Lendenbereich entwickelte sich erst mit der Evolution des aufrechten Ganges.

Doch damit nicht genug: Jetzt haben Forscher der Universität von Texas festgestellt, dass diese zweite Krümmung der Lendenwirbelsäule sich zudem auch noch bei Frauen und Männern unterscheidet. Bei Frauen sind an der Krümmung mehr Wirbel beteiligt als bei Männern, zudem sind die Gelenke zwischen den Wirbeln größer und stehen in einem leicht anderen Winkel. Das ist die Anpassung an das Gewicht des Schwangerschafts-Bauches. Die Evolution begünstigte diese Anpassung, weil sie die zusätzliche Belastung auf die Wirbelsäule einer Schwangeren reduziert. Ohne diese Anpassung würde eine Schwangerschaft die Rückenmuskeln stärker strapazieren, ziemliche Schmerzen und Erschöpfung verursachen.

Deutlich wird damit aber auch, dass Männer in Bezug auf Übergewicht oder große körperliche Belastungen durch ihre Lendenwirbelsäulen-Stellung auf Dauer sozusagen benachteiligt sind. Das erklärt warum Männer mehr als Frauen von Kreuzschmerzen, als auch Bandscheibenvorfällen in diesem Körperbereich betroffen sind. Dies bestätigt auch die Medi­zin: Erkrankungen der Wirbelsäule fallen bei Frauen und Männern oft ganz unterschiedlich aus. Symptome, Intensität oder Schmerz­empfinden weichen je nach Geschlecht ab.

Unterschiedliche Alltagsbelastungen begünstigen Erkrankungen
Ursachen für die ungleichen Rückenprobleme liegen, von den anatomischen Unterschieden abgesehen, auch in abweichenden Bewegungsabläufen bei der Arbeit. Zwar üben heute beide Geschlechter oft gleiche Be­schäftigungen aus, doch existieren noch immer typische Männer- und Frauenberufe mit entsprechenden Risikofaktoren. So arbeiten etwa 1,5 Millionen Frauen in Berufen, die sich durch langes Stehen und eine krumme Haltung auszeichnen, wie Verkäuferin und Friseurin. Langes Stehen strapaziert Gelenke und Bänder, schadet Wirbelsäule und Bandscheiben. Zudem führt eine dauerhafte Krümmung des Schulter- und Nackenbereichs zu Verspannungen und Abnutzungserscheinungen. Berufe mit starkem Kraftaufwand wie Bau- oder Lager­arbeiter gelten hingegen als Männerdomäne. Eine Degeneration des Bewegungsapparates sowie der Bandscheiben entsteht durch einseitige Beanspruch­ungen aufgrund dieser Tätigkeiten.

Als Folge der jeweiligen Belastungen neigen Frauen eher zu Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule, während es bei Männern öfter die Lendenwirbel betrifft. Doch selbst bei gleicher Erkrankung zeigen sich abhängig vom Geschlecht unterschiedliche Symptome. Beispiel Rheuma: Frauen kämpfen öfter gegen Entzündungen, dafür kämpfen mehr Männer mit Versteifungs-Symptomen.

Stress und Ängste begünstigen Erkrankungen
Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise er­reichen uns Tag für Tag neue Meldungen über die Folgen für Konjunktur, Arbeitsmarkt und einzelne Unternehmen. Hinter den großen Problemen verbergen sich viele Einzelschicksale von Menschen, die beispielsweise um ihren Arbeitsplatz bangen.

Anhaltende Ängste und zunehmender Stress ziehen oft gesundheitliche Folgen nach sich. Neben Störungen des Herz-Kreislauf- oder des Verdauungssystems wirkt sich Stress häufig auch auf den Rücken aus. In den letzten Mona­ten konnte ein erhöhter Zulauf von Rückenschmerzpatienten beobachtet werden. Der Körper verfällt in einen Alarmzustand, in dem sich der Muskeltonus erhöht. In der Folge entstehen oft schmerzhafte Verspannungen. Viele Betroffene scheuen in der jetzigen Situation, einen Arzt aufzusuchen, um Krankheitstage bei der Arbeit zu vermeiden. Doch der Experte warnt vor diesem Verhalten, denn Beschwer­den, die über längere Zeit anhalten, können sich zu chronischen Schmerzen entwickeln.

Erhöhte Reizbarkeit
Häufig beginnt ein regelrechter Teufelskreis. Denn Schmerzen sorgen für eine erhöhte Empfänglichkeit für Stress, was wiederum zu verstärkten Verspannungen führt, was wiederum die Schmerzen erhöht usw. Zudem sorgen chemische Prozesse dafür, dass die Nerven mit der Zeit – vereinfacht gesagt – auf Schmerzen programmiert werden. Der Körper schüttet anfangs zwar vermehrt Endorphine aus, welche das Schmerzempfinden unterdrücken, anhaltender Stress führt jedoch zu einem Abbau der körpereigenen Endorphinvorräte. Betroffene reagieren dann selbst auf leichte Reize deutlich sensibler.

Eine einfache und wirksame Atem- und Bewegungs-Übung „für´s Kreuz“
Als Antwort auf die Vielfältigkeit der Ursachen von Kreuzschmerzen, vereint die folgende Übung sowohl physische als auch psychische Entspannungselemente auf eine ganz einfache Art in sich. Sie kann jederzeit im Liegen, Sitzen und Stehen angewandt werden.

Die Imaginations-Atmung (aus der chinesischen Meridian-Medizin)

  • Sie spüren sich in Ihrem ganzen Körper als eine große Zelle.
  • Bei jedem Einatmen spüren Sie wie der Körper sich füllt, dehnt, weitet und mit frischer Energie anfüllt – als wären Sie ein „Michelin-Männchen“.
  • Mit jedem Ausatmen entspannt sich der ganze Körper, sinkt zusammen, kann ganz tief loslassen. Alle Anspannung kann mit dem Ausatmen durch den Mund und alle Poren entweichen.
  • WICHTIG: Nicht vorstellen, sondern wirklich im Körper spüren – dann wirkt es.

Die Bewegungs-Entspannung
Die Becken-Wippe (aus dem QiGong)

  • Mit dem Einatmen verstärken Sie sanft die Tendenz ins Hohlkreuz und strecken den Bauch angenehm weit vorne hinaus.
  • Mit dem Ausatmen lassen Sie den Bauch ganz los und bringen das Kreuz sanft hinten hinaus, begradigen Ihre  Lendenwirbelsäule nach hinten und das Schambein kommt vorne ein wenig hoch.

Das wiederholen Sie, solange Sie die Aufmerksamkeit gut halten können und es als ange­nehm empfinden – folgen Sie keinen Regeln, sondern arbeiten Sie immer im Kontext des eigenen Wohlbefindens.

Sie können diese Übung liegend im Bett oder auf der Couch beim Fernsehen, sitzend im Auto oder in der U-Bahn oder stehend beim Warten im Supermarkt anwenden – jede Lücke des Alltags kann ab nun sinnvoll gefüllt werden.

  • Jederzeit anwendbar ist sie, die perfekte Übung für zwischendurch
  • Mit großer Wirkung, da das Energie-Prinzip „Aufmerksamkeit lenkt Energie“ zusätzlich zum Tragen kommt.
  • Versuchen Sie es gleich jetzt – es hilft Männern und Frauen natürlich gleich gut.

Hier können Sie die komplette Ausgabe anfordern …

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