Sonnenschutz

sonnenschutzWer verträgt wie viel Sonne?

Vor der Erfindung des elektrischen Lichts bestimmte die Sonne den Tagesablauf, heute liefert sie vor allem Grund zur Lebensfreude, macht uns fröhlich und energiegeladen. Sobald Sonnenstrahlen auf unsere Haut treffen, laufen  biochemische Prozesse im Körper ab: Licht hemmt die Produktion des Hormons Melatonin, das im Dunkeln müde macht, und kurbelt die Produktion von Serotonin an, das die Stimmung hebt.

Um von den positiven Effekten der Sonne zu profitieren, kommt es auf das richtige Maß an. Mit effektivem und individuell angepaßtem Sonnenschutz kann die Wirkung der Sonne in wohltuende Bahnen gelenkt werden. Ein verantwortungsvoller Umgang ist der Schlüssel für lebenslange Freude mit der Sonne und heute wichtiger denn je. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass ein Übermaß an ultravioletter Strahlung — nicht nur UV-B, sondern auch UV-A — die Haut nachhaltig schädigt. Viele Menschen gehen jedoch immer noch zu leichtfertig mit den Gefahren der Sonne um.

UVA- und B-Strahlung

Die ultraviolette A- und B-Strahlung kann sowohl akute als auch chronische Schäden an der Haut verursachen. UV-A-Strahlung hat mit 315–400 nm eine längere Wellenlänge als UV-B-Strahlung, deren Wellenlänge nur 290–315 nm beträgt. Letztere ist zur Bildung von Vitamin D3 in der Haut erforderlich. Sie dringt weniger tief in die Haut ein als die UV-A-Strahlen und führt durch verzögerte Pigmentierung zur Bräunung. Dadurch wird der körpereigene Sonnenschutz um das 2- bis 3-Fache gesteigert.

Schäden, die durch UV-A Strahlung entstehen, sind kumulativ und machen sich im Gegensatz zu der früh auftretende Rötung durch die UV-B-Strahlen, bei Hautgesunden erst nach chronischer Exposition durch vermehrte Falten und vorzeitige Hautalterung bemerkbar.

Chronische UV-Einwirkung führt zur Herabsetzung der Kollagensynthese, und es entstehen die typischen sonnenbedingten Hautveränderungen.

Sonnenbrand vermeiden

Jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Krebsrisiko: Studien belegen den Zusammenhang zwischen Sonnenbränden in der Kindheit, die Anzahl von Muttermalen und dem Auftreten von Hautkrebs (Melanom).

Sonnenschutz von Beginn an

Je weniger die Haut dem Sonnenlicht angepasst ist, desto größer ist die Gefahr eines schweren Sonnenbrandes! Die Haut von Kindern ist sehr empfindlich und verfügt nur über einen geringen Eigenschutz. Zudem ist Kinderhaut in unseren Breiten nur mäßig an die Sonne gewöhnt. Wenn Kinder in den Sommerferien plötzlich starker UV-Strahlung ausgesetzt sind, sind sie daher besonders gefährdet.

Mittagssonne vermeiden

Pralle Mittagssonne ist ein echter Feind der Haut! Es empfiehlt sich, die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden, breitkrempige Hüte mit Seiten- und Nackenschutz zu tragen, und den Körper mit geeigneten Textilien zu schützen. Das Auftragen von Sonnenschutzmitteln ist ebenfalls unerlässlich.

Doch auch wer sich durch Sonnencremes geschützt fühlt, sollte zwischen 11 und 15 Uhr lieber im Schatten bleiben. Ansonsten gilt: Viel hilft viel!

Faustregel fürs Eincremen:

30 Gramm für den Körper (ca. 2 EL), 5 Gramm fürs Gesicht (1 TL). Nach dem Schwimmen nur leicht abtupfen und nachcremen, außer die Creme ist wasser- und schwitzfest. Moderne Sonnenschutzmittel verhindern Sonnenbrand, zögern die Hautalterung hinaus und schwächen krankhaft gesteigerte Lichtreaktionen und Pigmentstörungen ab. Der Begriff „Lichtschutzfaktor“ (LSF) gibt an, um wie viele Minuten man sich, im Vergleich zu ungeschützter Haut, bei Anwendung eines getesteten Produktes länger in der Sonne aufhalten kann, bis eine nach 24 Stunden noch sichtbare, scharf begrenzte Rötung entsteht.

Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel

Neben den äußerlichen Methoden des Sonnenschutzes ist es auch sinnvoll, die Sonnenverträglichkeit durch Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel zu fördern. Am besten mit frischem Obst und Gemüse, das viele Antioxidantien enthält. Eine Ernährung, die reich an antioxidativ wirkenden Stoffen wie Beta-Carotin (reichlich in Karotten) und Lycopin (reichlich in Tomaten) ist, kommt auch der Haut zugute.

TIPP: Täglich 50-60g Tomatenmark, was etwa 16 mg Lycopin entspricht, gemischt mit Olivenöl als Brotaufstrich genießen!

Gesunde Bräune

Entscheidend ist, dass man nicht in der Sonne brät, sondern sich nur leicht und ohne Sonnenbrand bräunt. Denn eine zart und „gesund“ gebräunte Haut ist nach wie vor der begehrteste Sommerlook. Doch wer verträgt wieviel Sonne?

Welcher Hauttyp sind Sie: 

  • Rothaarige und sehr hellhäutige Menschen sollten anfangs nur 5 bis 10 Minuten in die Sonne.
  • Hellhäutige, blonde Sonnenanbeter höchstens 10 bis 20 Minuten.
  • Dunklere Hauttypen können bis zu 30 Minuten ungeschützt Sonnenstrahlung genießen, ohne ihre Haut zu schädigen.

Ein gutes Verfahren zum Abschätzen der UV-Intensität ist auch die Länge des Körperschattens im Vergleich zur Körpergröße: Ist der Schatten gleich groß oder kürzer, ist UV-B gefährlich. Ist der eigene Schatten um etwa ein Drittel länger, als es der Körpergröße entspricht, liegt der UV-Index unter 3. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Gremien sind Schutzmaßnahmen ab einem UV-Index von 3 und mehr erforderlich.

Sonnenschutz ist immer und überall gefragt: In der Stadt genauso wie in den Bergen und am Meer. Im Frühjahr treffen die wohltuenden Sonnenstrahlen mit schnell zunehmender Intensität auf die sonnenentwöhnte Winterhaut. Im Sommer ist man selbst bei bedecktem Himmel nicht sicher vor UV-Strahlen geschützt.

Auch im Schatten strahlt die Sonne! Hier trifft immer noch fast die Hälfte des direkten Sonnenlichts auf die Haut. Kleidung schützt am besten vor Sonnenschäden, allerdings spielen die Art des Gewebes, sowie Farbe und Schnitt eine Rolle. Besonders bei Kindern ist die schon erwähnte Kopfbedeckung wichtig!

Tragen Sie unbedingt eine Sonnenbrille zum Schutz Ihrer Augen! Denn wer seine Augen nicht vor der UV-Strahlung schützt, riskiert bleibende Schäden an Hornhaut und Netzhaut.

Cremen Sie die unbedeckten Hautpartien mit Sonnenschutzmitteln, Ihrem Hauttyp entsprechend, ein. Wählen Sie im Zweifel lieber einen höheren Schutz! Bei empfindlicher, zu Sonnenbrand neigender Haut empfiehlt sich Lichtschutzfaktor 50. Achten Sie auch auf einen ausgewogenen UV-A-Schutz (UVA-Logo).

Cremen Sie sich rechtzeitig und großzügig ein bevor Sie nach draußen gehen! Weg mit den Resten vom Vorjahr! Alte Sonnencreme sollten Sie nicht mehr verwenden, denn die Wirkstoffe können sich schon zersetzt haben! Regelmäßiges Nachcremen nicht vergessen, vor allem bei Sport und Spiel. Äußerste Vorsicht ist bei Kindern geboten, da die natürlichen Schutzmechanismen ihrer Haut noch nicht vollständig ausgebildet sind.

Sonnenschutzmittel sind kein Freibrief für einen endlosen Aufenthalt in der Sonne! Auch bei ausgiebigem Eincremen mit hohen Lichtschutzfaktoren, sollte man mit der Sonne achtsam umgehen: kein Produkt kann die UV-Belastung vollständig aufheben!

Medikamente und Sonne

Achtung – starke Sonneneinstrahlung und manche Medikamente vertragen sich nicht: Durch Medikamenteneinnahme kann die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich gesteigert werden. Wenn man ein Medikament während der Sommermonate verordnet bekommt, sollte man sich über die eventuellen Risiken einer Sonnenunverträglichkeit bzw. einer phototoxischen Reaktion informieren.  Wichtig ist es außerdem, sich die Liste der Begleit- und Nebenwirkungen im Beipackzettel durchzulesen.

Genießen Sie gut geschützt die Sonne und den Sommer!

Hier können Sie die komplette Ausgabe anfordern …

Zurück zur Übersicht …

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird niemals veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>