Radikalfänger Beta-Carotin

radikalfaenger_beta-carotinEin vielseitiges Antioxidans mit besonderer Wirkung

Beta-Carotin gehört zur großen Gruppe der Carotinoide. Dies sind ausschließlich von Pflanzen gebildete, gelbe, orange oder rote Naturfarbstoffe, die als natürliche Pigmente vielen Pflanzen und einigen Tieren ihre typische Farbe verleihen. Sie dienen der Pflanze als Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten, als Lockstoffe und spielen eine Rolle bei der Photosynthese. Für den Menschen ist Beta-Carotin als Vorstufe zur Bildung von Vitamin A, sowie aufgrund seiner stark antioxidativen Wirkung von hoher Bedeutung.

Beta-Carotin – Provitamin A

Beta-Carotin ist die pflanzliche Vorstufe von Vitamin A. Vitamin A kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, kann jedoch im menschlichen Organismus aus Carotinoiden gewonnen werden. Von den über 500 bekannten Carotinoiden besitzen etwa 50 eine Vitamin-A-Aktivität. Unter ihnen weist Beta-Carotin, das am häufigsten vorkommende und bekannteste Carotinoid, die höchste Vitamin-A-Aktivität auf und stellt somit die wichtigste Vorstufe zur Bildung von Vitamin A dar. Beta-Carotin kann bei Bedarf in der Darmschleimhaut unter Beteiligung des Spurenelements Zink in Vitamin A aufgespaltet werden. Dabei wird immer nur so viel Beta-Carotin in Vitamin A umgebaut, wie vom Körper gerade benötigt wird. Der Rest wird hauptsächlich in der Leber und im Fettgewebe gespeichert. Aufgrund dieser bedarfsgerechten Umwandlung kann auch eine hohe Beta-Carotin-Menge keine Vitamin-A-Hypervitaminose auslösen. Lediglich eine andauernde, extrem hohe Aufnahme von Beta-Carotin kann zu reversiblen Leberfunktionsstörungen sowie zu einer Gelbfärbung der Haut führen, die jedoch nach Reduktion der Zufuhr rasch wieder verschwindet.

Antioxidans mit besonderer Wirkung

Aufgrund seiner speziellen chemischen Struktur ist Beta-Carotin in der Bekämpfung aggressiver Sauerstoffverbindungen, so genannter „freier Radikale“, von besonderer Bedeutung. Denn Beta-Carotin ist in der Lage, den „Singulett-Sauerstoff“, einen hoch aktiven Auslöser von Radikal-Kettenreaktionen, der vor allem unter der Einwirkung von UV-Licht in der Haut entsteht, unschädlich zu machen. Dabei nimmt Beta-Carotin die Energie des reaktiven Sauerstoffs auf und gibt sie als Wärme wieder ab. Dieser Vorgang wird auch als “quenchen” (= löschen) bezeichnet.

Beta-Carotin – ein natürlicher Farbstoff für Ihre Gesundheit

Beta-Carotin ist für unseren Organismus lebensnotwendig. Neben seiner antioxidativen Wirkung erfüllt es zahlreiche weitere Aufgaben: Es ist wichtig für die Fortpflanzung, ist verantwortlich für unser Wachstum, reguliert den Fettstoffwechsel und stärkt unser Immunsystem. Als Bestandteil des Sehpigments ist Beta-Carotin für die Funktionsfähigkeit der Augen von enormer Bedeutung; in einer Studie konnte aufgrund der Wirkung von Vitamin C, Vitamin E, Zink und Beta-Carotin auch ein deutlich vermindertes Risiko zur Entstehung einer altersbedingten Macula-Degeneration nachgewiesen werden. Darüberhinaus beeinflusst Beta-Carotin den Zellstoffwechsel der Haut und schützt so vor Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Es beschleunigt die Wundheilung und lindert Verbrennungen. Als natürliches Antioxidans kann es außerdem zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs beitragen und dem natürlichen Alterungsprozess entgegenwirken.

Ein unentbehrlicher Nahrungsbestandteil

Beta-Carotin muss mit der Nahrung aufgenommen werden, da es vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden kann. Nennenswerte Mengen befinden sich nur in pflanzlichen Lebensmitteln; die besten Quellen sind orangefarbiges und gelbes Obst und Gemüse wie Pfirsiche, Mangos, Grapefruits, Marillen, Karotten und Kürbisse. Aber auch grüne Gemüsesorten wie Spinat, Kohl, Fenchel und Mangold enthalten reichlich Beta-Carotin; bei diesen ist die typische Farbe lediglich durch das grüne Chlorophyll verdeckt. Der Beta-Carotin-Gehalt eines Lebensmittels kann je nach Sorte, Reifegrad und Lagerung stark variieren – Obst und Gemüse sollte dunkel gelagert werden, da Beta-Carotin sehr lichtempfindlich ist.

Die Aufnahme von Beta-Carotin in unserem Körper ist wesentlich von der Art der Zubereitung abhängig. Aus rohem, unzerkleinertem Obst und Gemüse wird relativ wenig resorbiert, da die Freisetzung durch die pflanzlichen Zellwände gehemmt wird. Durch Schneiden, Reiben, Entsaften oder Erhitzen wird die Verfügbarkeit erhöht, da im Zuge der Zubereitung eine Zerkleinerung der Zellmembran stattfindet. Da Beta-Carotin zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine gehört, kann es vom Körper nur gemeinsam mit Fett aufgenommen werden. Dabei muss es jedoch nicht immer Pflanzenöl sein – Nüsse, Pistazien oder Milchprodukte wie Topfen oder Rahm eignen sich ebenso als Fettquelle und schmecken auch in Kombination mit Obst hervorragend.

Begehrter Farbstoff in der Lebensmittelindustrie

Aufgrund seiner farbgebenden Eigenschaften wird synthetisch hergestelltes oder aus Pflanzen extrahiertes Beta-Carotin gerne als Lebensmittelfarbe verwendet und z. B. Butter, Margarine, Süßwaren oder Fruchtsäften – teilweise in sehr hohen Mengen – beigesetzt. Aus demselben Grund werden Carotinoide häufig auch als Futtermittelzusatzstoffe verwendet um die Farbe der Lebensmittel und damit oft auch die Kaufabsichten der Konsumenten positiv zu beeinflussen.

Betacarotin – ein essbarer Sonnenschutz?

Beta-Carotin kann aufgrund seiner starken antioxidativen Eigenschaften zellschädigende Sauerstoffradikale wirksam abbauen und so lichtempfindliche Zellen vor Sonneneinstrahlung schützen. Zudem hilft es, den körpereigenen Lichtschutz aufzubauen. Bei regelmäßigem Genuss beta-carotin-reicher Nahrungsmittel kann ein leichter Sonnenschutzeffekt erzielt werden – die Wirkung von Sonnenschutzpräparaten kann dadurch jedoch nicht ersetzt werden. Beta-Carotin hat aber einen entscheidenden Vorteil: Während Hautpflegeprodukte nur in den obersten Hautschichten wirksam sind, erreicht Beta-Carotin den gesamten Körper, da es über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen wird und von dort in die Zellen gelangt.

Der Sommer ist bunt!

Beta-Carotin kommt in nahezu allen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Daher wird über eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse im allgemeinen ausreichend Beta-Carotin aufgenommen, um den empfohlenen Tagesbedarf von 2 – 4 mg zu decken. Nikotin, Alkohol, vegetarische, insbesondere vegane Ernährung, sowie Schwangerschaft und Stillzeit erhöhen den Bedarf. Eine länger andauernde, unzureichende Versorgung mit Beta-Carotin kann zu Mangelerscheinungen wie Nachtblindheit, Haut- und Schleimhautveränderungen, Wachstumsstörungen und Infektanfälligkeit führen.

Im Sommer ist es besonders leicht den Bedarf an Beta-Carotin zu decken, denn das Angebot an frischem Obst und Gemüse ist groß! Greifen Sie zu und genießen Sie die bunte Vielfalt des Sommers!

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