Intimpflege bei Frau und Mann

Kein Tabuthema

Intimpflege bei Frau und MannDie Zeit, in der wir leben, ist geprägt von einem starken Jugendkult, gepaart mit diversen Vorgaben, wie man diesem entsprechen könnte. Das führt in einigen Bereichen zu Verunsicherung, andererseits ist es eine Tatsache, dass Menschen heute gesund älter werden und auch an der Sexualität länger Freude und Erfüllung finden können. Männer und Frauen wollen heute länger für Ihre Sexualpartner attraktiv sein und sich gleichzeitig in der eigenen Haut wohlfühlen.

In der Vorstellung Vieler ist das verbunden mit einem völlig geruchsfreien und klinisch sauberen Intimbereich. Gleich vorweg: Das kann nicht das Ziel sein, und darum geht es im Folgenden auch nicht. Der ureigene Duft jedes Menschen trägt maßgeblich zur Findung des passenden (Sexual-)Partners bei und soll natürlich nicht völlig ausgeschaltet werden. Schließlich wäre das auch gar nicht gesund. Um sicher zugehen, dass von der richtigen zu pflegenden Region gesprochen wird, gilt es zuallererst, die Begriffe klar zu definieren:

Der äußere Scheideneingang, also die Vulva und die Schamlippen, ist eine feine Hautregion mit unzähligen Nervenzellen, die für Berührungen, aber auch gegenüber Krankheitserregern empfindlich sind.

Die innere, „eigentliche“ Scheide, also die Vagina, ist im Normalfall ein gut funktionierendes Ökosystem, das sich von selbst reinigt, wenn die Anzahl der Milchsäurebakterien hoch genug ist.  – Dies kann man mit entsprechenden Arzneimitteln auch unterstützen, besonders nach einer Antibiotikatherapie oder nach Pilzinfektionen.

Richtige Reinigung und Pflege

Wir sprechen also heute vor allem vom äußeren Scheideneingang, der regelmäßig gepflegt werden sollte, aber auch von den äußeren Genitalien beim Mann, sowie von der Analregion. Wichtig: Aggressives Reinigen mit Seifen, Sprays, parfümierten Toilettenpapier und dergleichen ist kontraproduktiv und führt nicht zu einem sauberen Wohlgefühl, sondern zu Reizungen und in der Folge zu Infektionen. Die empfindliche Intimhaut trocknet so immer mehr aus. Abgesehen von einigen ganz milden Intimwaschlotionen ist immer noch Wasser das beste Mittel zur sanften Reinigung.

Im äußeren Scheideneingang befinden sich auch viele Talgdrüsen, die die Haut fetten und einen natürlichen Schutzfilm bilden. Häufig benötigt dieser Bereich eine zusätzliche Fettpflege, da die eigene Produktion nicht immer ausreicht. Besonders in den Wechseljahren der Frau kommt es aufgrund des Hormonmangels häufig zu einem Dünnerwerden der Haut. Das Produkt Deumavan beispielsweise eignet sich hervorragend für diese Anwendung. Es ist kein Arzneimittel, lediglich ein Pflegeprodukt, und wird nur in dieser äußeren Region aufgetragen.

Der Mann sollte zusätzlich das so genannte Smegma, eine Ansammlung von Talg und abgeschilferten Hautzellen, entfernen, die sich unter der Vorhaut bilden kann. Das gelingt ganz leicht durch vorsichtiges Zurückschieben derselben. Mit dieser Art von Reinigung verhindert er als verantwortungsvoller Partner auch Gebärmutterhalsinfektionen bei seiner Partnerin.

Bakterien und Infektionen

Die Nähe zur Analregion mit ihren vielen verschiedenen bakteriellen Bewohnern ist vor allem bei Frauen ein Problem. Der Darm beherbergt in großer Menge viele hundert Bakterienarten und auch verschiedene Pilze. Diese Keime dienen u.a. der Verdauung unserer Nahrung sowie der Stimulierung unseres Immunsystems. Es sind meist harmlose Darmbewohner, an die wir uns über Millionen Jahre der menschlichen Evolution gewöhnt haben. Der Stuhlgang kann bis zur Hälfte aus diesen Mikroben bestehen. Bei jeder Darmentleerung kommt die Region um den Darmausgang herum – auch der Intimbereich – mit diesen vielen Darmkeimen in Kontakt. Ein regelmäßiges Waschen sowie ein Einfetten vor dem Stuhlgang, um kleine Einrisse und Wunden bei eventuell härterem Stuhl zu verhindern, sowie nach dem Stuhlgang, um die natürliche Hautfettung auch in diesem Bereich zu unterstützen, empfiehlt sich für beide Geschlechter. Hat man sich einmal an dieses Ritual gewöhnt, möchte man es nicht mehr missen, da es für Wohlbefinden sorgt. Besonders für Wöchnerinnen kurz nach der Entbindung empfiehlt sich dieses Vorgehen.

Intimrasur

Auch die heute vielfach ganzjährig durchgeführte Intimrasur verursacht immer wieder kleine Verletzungen der Haut. Bei nicht richtig durchgeführter Pflege sind Brennen, Juckreiz und lästige Pickel oft die Folge. Auch hier ist ein vorheriges Waschen mit einer rückfettenden Waschlotion, um die Haare etwas aufquellen zu lassen, sowie ein nachträgliches Einfetten zu empfehlen.

Fazit

Der Intimbereich soll zwar nicht in stärkerem Ausmaß gereinigt werden, dafür aber richtig und regelmäßig. Vor allem die Fettpflege danach kann Beschwerden effektiv vorbeugen.

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