Frühlingszeit – Liebeszeit

Wie Sie neuen Schwung in Ihre Partnerschaft bringen

Frühlingszeit – LiebeszeitIm Frühling erwacht nicht nur die Natur zu neuem Leben, sondern auch der Mensch. Mit dem zunehmenden Sonnenlicht bekommen Körper und Geist wieder neue Energien. Aus gutem Grund gilt die Frühlingszeit als Zeit des Verliebens und des Aufbruchs und spielt in Beziehungen eine bedeutende Rolle. Wohin aber die neu erwachten Energien kanalisiert werden – ob nach innen oder nach außen – entscheiden nicht nur die Hormone.

Partnerschaft erkennen – Machtkampf als Wegweiser

Das Verliebtsein am Beginn einer Beziehung dauert nicht ewig an. Nach einer gefühlsmäßig sehr intensiven Zeit, wo für die Partnerin bzw. für den Partner alles getan wird, folgt dann die Zeit, in der die Realität die Oberhand gewinnt. Beruf, Hobby und Freundeskreis gewinnen wieder stärker an Bedeutung, die Partner überhäufen sich nicht mehr mit Liebe, die Zweisamkeit alleine genügt nicht mehr. Spätestens dann beginnen die kleineren und größeren Reibereien in einer Partnerschaft. Mal ist der eine gekränkt, mal der andere in seinem Selbstwert verletzt. Bald fühlen sich beide eingeschränkt und aus dem einst so trauten Liebenspaar werden Machtkäpfer mit einem großen Vorwurfspotential in den Gesprächen.

Konflikt und Kritik, die ständige Nörgeleien und Vorwürfe mit sich bringen, entfernen oftmals die Partner voneinander, Liebe und Sexualität sind nur mehr Fremdwörter und so fliehen die Partner häufig in die Arme vermeintlich besser zu ihnen passender Männer und Frauen. Doch wir haben immer die freie Wahl der Entscheidung und können diesen oder jenen Weg weiter gehen.

Partnerschaft benennen – Auf zu neuen Ufern

Aus meiner Praxis kann ich zu oben beschriebenen Szenario folgendes sagen: Bei den nächsten Partnern spielt sich – nach der Zeit des Verliebtseins – zumeist Ähnliches ab. Entscheiden sich die Paare nämlich nicht, bisherige Beziehungsmuster zu durchbrechen, beginnt das Spiel erst recht von Neuem. Immer mehr Paare haben das ewige Flüchten und den damit verbundenen Neuanfang satt und entschließen sich zu einer bewussten Liebesbeziehung, in der reaktives Handeln verbannt und durch neue Verhaltensmuster ersetzt wird. So gestärkt und mit ein paar Werkzeugen für Liebe, Lust und Leidenschaft ausgestattet, kann erfüllte Partnerschaft gelingen.

Ein weiteres Phänomen aus meiner Praxisarbeit ist der zunehmende Wunsch von Frauen nach starken Männern. Am liebsten hätten sie eine Mischung aus Macho, Liebhaber und Businessman.

Eine Wunschvorstellung, die Sendungen wie „Sex and the City“ oder „Aus Lust und Leidenschaft“ noch fördern. Kommen Paare zu mir in die Beratung, sind es fast ausschließlich die Frauen, die sich über ein unerfülltes Sexualleben beklagen. Der Mann sei müde, gestresst und desinteressiert – zumindest an ihnen. Kann eine medizinische Ursache sowie eine Außenbeziehung ausgeschlossen werden, liegt der Grund des „männlichen“ Verhaltens oft in dem der Frauen bzw. in einer mangelnden Abnabelung vom Elternhaus begründet, was auf beide Partner zutreffen kann.

Partnerschaft beleben – Zeit für Liebe und Lust

Gleich mal vorweg: Partnerschaft funktioniert nicht dauerhaft automatisch und die Liebe und vor allem auch die Leidenschaft hält nicht ewig ohne unser Zutun. Das wäre eine Illusion.

Um eine Partnerschaft mit Liebe und Lust zu erfüllen, braucht es die Bereitschaft beider Partner. Denn einer alleine kann eine Beziehung nicht auf Dauer aufrecht erhalten und mit Leben füllen. Mal kann der eine Partner die treibende Kraft sein, mal der andere, das ist völlig normal. Mal entwickelt sich der eine rascher, mal der andere. Wichtig ist jedenfalls, dem vermeintlich Langsameren Zeit zum Aufholen zu geben – also nicht ungeduldig werden und dran bleiben. Empathie ist natürlich ebenfalls hilfreich um die Partnerschaft liebevoll zu gestalten. Bedienen Sie sich der Sprache um zu erfahren, was dem anderen fehlt und was er in der gemeinsamen Beziehung braucht.

Das Gelingen der nahen Beziehung mit unserem Partner korrespondiert in höchstem Maße mit unserer Lebenszufriedenheit – und deshalb mit unserer Aufmerksamkeit und mit unseren Interessen. Klientinnen und Klienten kommen mit Beziehungsfragen vor allem dann in meine Praxis, wenn das Bedürfnis nach Nähe zum Partner und damit verbunden diese lebendig und zufriedenstellend zu gestalten, in den Vordergrund tritt. Ich möchte die Paare erfahren lassen, worin der Unterschied zu einer bewussten Liebesbeziehung liegt und wie sie Sensitivität, Sinnlichkeit und Befriedigung erleben können. Dadurch fühlen sich die Paare als Individuum gestärkt und in der Zweisamkeit genährt, immer im Wissen, dass sie die eigentlichen Akteure sind und ich als Paartherapeutin lediglich die Impulsgeberin.

Paarbeziehung lernen – den ersten Schritt setzen

Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt. Definieren Sie beide ihren ersten Schritt der Veränderung und setzen Sie diesen um! Danach folgen Sie dem Weg. Setzen einen Fuß vor den anderen und integrieren Sie immer mehr Neues in Ihre Beziehung.

1. Nehmen Sie sich Zeit und erfassen Sie den Ist-Zustand

Nur wenn Sie sich gegenseitig Ihre Vorstellungen mitteilen besteht die Chance, dass sie erfüllt werden. Auch wenn Sie schon einmal, etwa zum Beginn Ihrer Partnerschaft, über Ihre Lebens- und Liebesvorstellungen gesprochen haben, ist es dennoch sinnvoll, von Zeit zu Zeit abzuklopfen, ob und inwieweit sich diese inzwischen verändert haben.

Machen Sie sich beim Gesprächsabschluss – auch wenn es anfangs schwer fällt – gegenseitig ein Kompliment. Dies kann durch eine wertschätzende Aussage oder durch eine liebevolle Geste geschehen. Achten Sie darauf, beim Gespräch stets Blickkontakt zu halten.

2. Erinnern Sie sich an Ihre Verliebtheitsphase

In der Verliebtheitsphase verbringen wir viel Zeit damit, uns für unseren Partner attraktiv zu machen. Wahrscheinlich haben Sie die Kleidung ganz bewusst ausgesucht, ein bestimmtes Parfum aufgelegt und die Haare besonders gestylt. Kurz gesagt, Sie haben sich auf Ihr Treffen vorbereitet. Verabreden Sie sich doch mal wieder zu einem Date und bereiten Sie sich beide darauf vor, so wie damals. Damit zeigen Sie dem anderen, wie wichtig er für Sie ist.

3. Planen Sie einen konkreten nächsten Schritt an Qualitätszeit

Für Paare mit Kindern geht oftmals die Qualitätszeit als Paar verloren. Wichtig ist hier ganz bewusst und ohne schlechtes Gewissen, Zweisamkeitszeit einzuplanen. Wahrscheinlich gibt es in Ihrem Umfeld liebevolle Menschen, denen Sie vertrauen und die Ihre Kinder gerne mal für ein paar Stunden bzw. über ein Wochenende zu sich nehmen. Aber auch für Paare ohne Kinder ist die Qualitätszeit zu zweit enorm wichtig. Hier ist die Planung meist leichter und kann auch beliebiger ausgedehnt werden. Egal ob Kino, Theater, Essen in einem schönen Restaurant oder ein romantisches Wochenende: Hauptsache – anfangs – nicht zu Hause. Denn dort sind alte Muster und Gewohnheiten meist stark eingefahren. Sie beide haben Ihre Pflichten, beim Essen läuft der Fernseher, die Kinder laufen dazwischen rum. Zeit in neuer Umgebung hilft, Altes loszulassen und Neues zu erschaffen. Vielleicht finden Sie so ja auch ein gemeinsames Hobby.

4. Sprechen Sie über Enttäuschungen und negative Erlebnisse

Diese Übung ist bereits für dialogisch geübte Paare, die bereits ein Stück des neuen gemeinsamen Weges gegangen sind. Ich rate dringend davon ab, diese Übung zu früh bzw. sogar gleich zum Einstieg zu machen. Die Gefahr, sich in Vorwürfen und alten Hüten zu verstricken, ist relativ groß.

Da eine „Enttäuschungsliste“ auf Dauer Ihre Beziehung und Ihre Gefühle abtötet, macht es Sinn, die alten Vorwürfe zu entrümpeln – auch wenn Sie vielleicht Angst davor haben. Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem Sie und Ihr Partner den Kopf frei haben und entspannt sind. Formulieren Sie ruhig und sachlich Ich-Botschaften: „Ich bin enttäuscht, traurig und gekränkt darüber, dass…“

Hier ist der Blickkontakt besonders wichtig. Bitte achten Sie auch darauf, den anderen aussprechen zu lassen. Jeder kommt dran. Besprechen Sie auch, wie Sie dieses Problem in Zukunft vermeiden können.

5. Unternehmen Sie auch etwas alleine oder mit Freunden

Gehen Sie eigenen Interessen nach. Auf diese Weise machen Sie sich wieder interessant für Ihren Partner und haben ihm auch etwas zu erzählen. Außerdem kommen Sie raus aus der Abhängigkeit: Sie bekommen Bestätigung von anderen Menschen und machen sich so etwas unabhängiger von Ihrem Partner.

6. Nehmen Sie sich Zeit für die Liebe

Eine erfüllte lebendige Liebesbeziehung ohne Sexualität gibt es nicht. Wenn Sie nicht früher oder später in einer platonischen Beziehung leben möchten oder riskieren wollen, dass Ihre Partnerin/Ihr Partner fremd geht, dann nehmen Sie sich Zeit um Ihre Sexualität zu beleben. Aller Anfang ist schwer, je nachdem wie lange Sie bereits sexuell abstinent waren. Aber denken Sie dran: Sex beginnt im Kopf! Treten Sie auch beim Liebesspiel bewusst aus eingefahrenen Gewohnheiten heraus und verlassen Sie sich drauf, was Ihnen Ihr Körper mitteilt. Sprechen Sie über Ihre Wünsche, erforschen Sie sich gegenseitig und beginnen Sie auch hier neue Wege zu gehen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten um Liebe, Lust und Leidenschaft wieder in die Partnerschaft zu integrieren – finden Sie Ihre!

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