Fastenzeit

Entgiften – Entschlacken – Regenerieren

Fastenzeit„Tue deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, in ihm zu wohnen.“

(Teresa von Avila)

Ich entigfte – Auszug eines Tagesbuchs

Ein Morgen, an dem der Wecker nicht klingelt. Zu meiner eigenen Überraschung wache ich diesmal ohne die übliche, frühmorgendliche Lärmbelästigung auf und bin sofort hellwach und voller Tatendrang. Es ist mein dritter Fastentag. Jetzt kenne ich die Routine schon und freue mich richtig darauf: Fenster auf zum Frischlufttanken, energetisierende Abklopfübungen, die mich in Schwung bringen, dann in der Dusche der Kneippguss und ich spüre, wie alles in mir zu prickeln beginnt. Beim Bürsten und sanften Einölen meines Körpers sinne ich nach, was mir der Tag wohl bringen mag. Ich unterstütze damit ganz bewusst und sichtbar die Hautstraffung, die der Entschlackungsprozess von innen auslöst. Anti-Aging à la nature… Es sind doch die kleinen Dinge im Leben, die zählen.

Ein neues, natürliches Körperbewusstsein neben der teuren Wellness-Kultur: Einige meiner Bekannten würden diese Urlaubswoche wohl als Zeit- und Geldverschwendung abtun. Keine sich biegenden Büffet-Tische im All-inclusive-Club. Keine Flugreise in tropische Gefilde. Dafür Einkehr in sich selbst, eine Entdeckungsreise durch den eigenen Körper. Ich wollte einmal raus aus dem Trott des Alltags, den Blick für das Wesentliche wiedergewinnen. Ich wollte wieder spüren, dass ich lebe und nicht gelebt werde. Initiativen ergreifen und neue Kreativität an den Tag legen, das möchte ich wieder für mich möglich machen. Ich habe mir ein großes Ziel gesteckt: Die Frage zu beantworten, wohin es im Rest meines Lebens gehen soll. Und es ist unglaublich, wie sehr sich meine Gedanken bereits nach drei Fastentagen ordnen.

Die einfühlsame Fastenbetreuung bringt mich Schritt für Schritt dazu, mein Vorhaben zu erreichen. Es ist eine sehr professionelle und liebevolle Trainerin der GGF Österreichische Gesellschaft für Gesundheitsförderung, die mir und meinen Kolleginnen beim Fasten in dieser Woche zur Seite steht. Man fühlt sich gut bei ihr aufgehoben und spürt, dass sie den richtigen Ablauf der Kur im kleinen Finger hat. Aber wichtiger noch: Durch ihr eigenes Erleben und ihre Erfahrung zeigt sie uns alle Tricks zum optimalen Entschlacken – ohne Kopfweh oder andere unangenehme Nebenwirkungen.

Fasten bedeutet nicht, einfach nicht zu essen.

Eine falsche Annahme weniger. Und es bedeutet vor allem nicht, zu hungern. Wer glaubt schon vor der Fastenwoche, dass er trotz Nahrungsverzicht kein Hungergefühl verspüren wird? Interessanterweise haben wir doch alle die Urangst vor dem Verhungern – mitten im Zeitalter des Überflusses. Allein diese Erfahrung und dieser Erfolg bestärkt und macht für sämtliche Herausforderungen im Leben ungeheuer selbstbewusst.

Konsumzwang nein danke.

Die Freiheit zu haben, einmal bewusst nein sagen zu können – auch das lernnt man in einer Fastenwoche. Wie wenig man doch zum Überleben braucht und wie gut diese kurzzeitige Abkehr vom Konsumzwang tut. Der Verzicht kehrt sich um in den Gewinn einer Fülle von Dingen, die es neu zu erleben und zu erspüren gilt. Wie ein Kind entdecken wir Dinge, die durch die Hast des Alltags verdeckt waren wieder neu, als sähen wir sie zum ersten Mal. Ein ruhiger Waldspaziergang ohne Walkman, ganz einfach nur ich und meine Gedanken. Oder die Anregung, ein Blatt Papier und Buntstifte zur Hand zu nehmen. Wann haben Sie das letzte Mal gemalt – ganz ohne Ziel, nur mit der Freude am eigenen Tun und Wirken…

Qualität statt Quantität.

Dieses Credo einer Fastenwoche drückt sich nicht nur in der Wahl der Kosmetikprodukte aus. Alles, was zu unserer täglichen Lebensgestaltung beiträgt, sehen wir jetzt in einem neuen Licht: Wir geben biologischen Produkten den Vorzug, greifen zu ökologischen Waschmitteln oder entscheiden uns plötzlich für giftfreie Kleidung. Wer sich einmal entschieden hat, seinen Körper zu reinigen, wird sich diese Reinheit auch für den gesamten Planeten wünschen. Er oder sie wird bewusster und sanfter im Umgang mit seiner Umwelt und sich selbst.

Die Seele macht mit.

Viele Menschen erleben dieses freiwillige „Loslösen vom Alltag“ als ganz großen Impuls zur Neugestaltung ihres Lebens. Wir entschlacken dabei nämlich auch seelisch. Die Grundsehnsucht unseres Wesens ist die Liebe. Liebe erfahren und weitergeben zu dürfen zeichnen ein erfülltes Leben aus. Jeder einzelne von uns erlebt im Laufe seines Lebens Momente seelischer Einsamkeit. Diese sind nichts anderes als „Liebesblockaden“ und das stille Hineinhorchen in sich selbst lässt uns ein neues Verständnis für vergangene Geschehnisse entwickeln. Wie von selbst ergeben sich neue Möglichkeiten und lösen sich alte Reaktionsmuster auf. Keine andere Methode als einfaches Fasten lässt uns wieder an unsere Liebesfähigkeit anknüpfen. Sie führt uns in einer sensorisch verarmten Welt zum eigentlichen Sinn unseres Daseins zurück.

Schärfung der Sinne.

Nicht nur Weinliebhaber und eine Winzerin aus meinem Bekanntenkreis schwören auf ihre Geschmacksnerven nach einer Fastenwoche. Genuss wird durch das Fasten neu erlebt, wie Pater Brantschen sehr eindruckvoll formuliert: „Wer das Essen nicht ehrt, ist das Fasten nicht wert.“ Ein Butterbrot mit Schnittlauch oder Radieschen, eine gekochte Kartoffel mit Rahm… es ist der Luxus des Einfachen, der uns genussvolle Höhepunkte mit allen Sinnen erfahren lässt.

Sich regen bringt Segen.

Fasten bringt auch Bewegung in Körper, Geist und Seele. Wer denkt, in einer Fastenwoche kraftlos zu sein, darf sich überraschen lassen. Es geht nicht um Hochleistungssport, sondern um sanfte Bewegung. Ein spezielles Zusammenspiel von Bewegung und Entspannung bringt die Entgiftung und unser Immunsystem auf Hochtouren. Und es lässt unser Wesen wieder im Einklang mit uns selbst schwingen. Dieser intakte Rhythmus bildet unser Kräftereservoir und damit die Basis, um allen Anforderungen des Lebens gewachsen zu sein.

Der lange Weg des Fastens.

Die Geschichte zeigt, dass fasten nicht immer ein reines Privatvergnügen war. Alle Religionen hatten und haben ihre Fastengeschichte, ihre Fastenregeln und Gebote. Zumeist waren es die Religionsgründer selbst, die der Überlieferung zufolge ihre spirituellen Erfahrungen aus intensiven Fastenzeiten bezogen. Jesus fastete in der Wüste 40 Tage und 40 Nächte lang, Mohammed zog sich zum Fasten in die Einsamkeit der Berge zurück, und Gautama Buddha schreibt über seine Fastenerfahrungen: „Und wenn ich die Haut meines Bauches berühren wollte, so erfasste ich mein Rückgrat.“

Neben den religiösen Beispielen wurde und wird Fasten auch als politisches Druckmittel eingesetzt. Man denke nur an Mahatma Gandhis friedlichen Kampf gegen die englische Herrschaft für ein freies Indien. Oder an die oft weniger erfolgreichen Hungerstreiks Asylsuchender in Schubhaft. Ersteren verband eine besonders tiefe Beziehung zum Fasten: „Die Fastenzeiten sind ein Teil meines Wesens. Ich kann auf sie ebenso wenig verzichten wie auf meine Augen. Was die Augen für die äußere Welt sind, das ist das Fasten für die innere.“

Eine sehr lange Tradition hat auch das fasten, das weder mit Religion noch mit Politik zu tun hat. Schon Hippokrates empfahl Fasten, um die Gesundheit zu erhalten. Er kurierte damit sogar akute Krankheiten. Ganz im Sinne des westlichen Wiederentdeckers Dr. Hellmut Lützner, der von der „Operation ohne Messer“ spricht. Fasten ist also keine Erfindung der Neuzeit. Jedoch wird in unserer westlichen Wohlstandswelt erst jetzt wieder entdeckt, was bei vielen Völkern konstant ein wichtiger Bestandteil der (Natur)Medizin geblieben ist.

Jeder Mensch ist einzigartig, hat sein individuelles Aussehen, seinen ihm gegebenen Körperbau, seine spezielle Haut- und Haarbeschaffenheit, seine eigene Verdauung. Fasten Sie daher typgerecht und machen Sie mehr aus Ihrem Typ!

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