Wintersport

Gesundes und riskantes Vergnügen

WintersportDie kalte Jahreszeit ist ins Land gezogen und in wenigen Wochen steht auch schon das Christkind vor der Tür – und mit Ihm meist der wohlverdiente Winterurlaub. Skifahren und Snowboarden sind in Österreich die Nummer eins unter den Wintersport­arten, doch leider zählen sie auch zu den verletz­ungsträchtigsten Sportarten – vor allem was gröbere Verletzungen wie Bänderrisse oder Knochenbrüche betrifft. Damit Sie den Winter unbeschadet überstehen, sollten Sie daher unbedingt rechtzeitig mit der körperlichen Vorbereitung beginnen!

Die positiven Fakten
Entgegen der landläufigen Meinung hat die Ent­wicklung des modernen Materials – sprich der im Gegensatz zu den weniger taillierten Skiern agressiveren Carver – nicht zu einer Zunahme an Verletzungen geführt. Im Gegenteil, die Zahl der Unfälle ist in den letzten Jahren rückläufig – und das speziell seit der Einführung der Carver. Diese Entwicklung hat auch einen ganz einfachen Grund: Die wenigsten Hobbysportler können mit den Carvern schnelle Kurven schneiden. Allerdings zeigt sich bei Skifahrer­Innen, dass ihre Kniegelenke größerem Druck ausgesetzt sind und sie sich auch häufiger am Knie verletzen als Männer. Frauen sollten daher auf leichtere und drehfreudigere Skier umsteigen und besonders auf die korrekte Bindungseinstellung achten.

An dieser Stelle vielleicht noch ein Hinweis speziell für Frauen:
Was die meisten noch wissen ist, dass es während der Monatsblutung zu einer hormonellen Umstellung im weiblichen Körper kommt, die dazu führt, dass vermehrt Wasser ins Gewebe eingelagert wird. Was schon weniger bekannt ist, ist dass unter dieser Umstellung auch die körperliche Leistungsfähigkeit leidet – sie ist während der Periode um ca. 5-10 % herabgesetzt.

Und was die wenigsten wissen: Sehnen und Bänder sind zur Zeit der Regelblutung deutlich verletzungsanfälliger. Starten Sie einmal eine Umfrage in Ihrem Bekannten- und Freun­deskreis bei allen Frauen, die schon einen Kreuzbandriss hatten, bei wem die Verletzung während der Tage passiert ist. Sie werden erstaunt sein!

Risikofaktoren für Skiunfälle
Nur 10 % der Unfälle sind auf Kollisionen – also Fremdverschulden – zurückzuführen! 90 % der Unfälle sind selbstverschuldet (und damit selbst beeinflussbar), was primär auf Selbstüberschätzung, Unaufmerksamkeit und schlechte Vorbereitung zurückzuführen ist. Univ.Prof.DDr. Martin Burtscher von der Universität Innsbruck gibt auch Alkohol, Rauchen und die Höhenlage als Risikofaktoren für Skiunfälle an. Die negative Beeinflussung der kognitiven und motorischen Fähigkeiten durch Alkohol ist in höheren Lagen besonders ausgeprägt, weshalb „Jagatee“ und Co. auf der Hütte tunlichst nur in geringen Maßen genossen werden sollten.

Die Höhenlage – ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor
Während Höhen von bis zu 1500 Metern zu keinerlei Beeinträchtigung führen (nur besonders gut trainierte Ausdauersportler spüren hier schon die Auswirkung der dünneren Luft), bemerkt jeder von uns körperliche Reaktionen auf die Höhe spätestens ab dem Übergangsbereich zwischen mittleren und großen Höhen, der sogenannten Schwellenhöhe – ab etwa 2500 Metern. Spätestens ab ca. 2500 m muss man dem Körper also Zeit geben, sich an die Höhe zu akklimatisieren.

Höhenbedingte Veränderungen, die zu Problemen führen können
•   Zunehmende Kälte
Die Temperatur sinkt pro 1000 Höhenmeter etwa um sechs Grad Celsius. Dazu kommt, dass in größeren Höhen der Wind stärker weht und man diesem auf­grund der immer lichter werdenden natür­lichen Schutzwälle (wie beispielsweise Wälder) immer direkter ausgesetzt ist. Der sogenannte Windchill-Effekt (Unterschied zwischen der gemessenen Lufttemperatur und der gefühlten Temperatur in Abhängigkeit von der Wind­geschwindigkeit) kann dabei dazu führen, dass es trotz gemäßigter Temperaturen auf dem Thermo­meter schon innerhalb kurzer Zeit zu Unterkühlungen bzw. gar Erfrierungen kommen kann. Wichtig: Für den Windchill-Effekt macht es keinen Unterschied, ob es sich um natürlichen Wind oder Fahrtwind beim Skifahren handelt, der Effekt ist der Gleiche. Um Unterkühlung – die sich übrigens auch äußerst negativ auf die Haut- und Gelenksrezeptoren auswirkt und dadurch die Verletzungsanfälligkeit erhöht – zu vermeiden, sollten Sie beim Anziehen auf das Zwiebelprinzip zurückgreifen. Das bedeutet, lieber mehrere dünne Schichten (nach Möglichkeit aus Funktionswäsche, die den Schweiß von der Haut abtransportiert) als wenige dicke tragen.

•   Trockene Luft
Nicht nur die Temperatur, auch die Luftfeuchtigkeit nimmt mit der Höhe deutlich ab – um ca. 25 % pro 1000 Höhenmeter. Dadurch verliert man v. a. über die Atmung deutlich mehr Flüssigkeit als auf Normalniveau. Da sich auch schon ein sehr geringer Flüssigkeitsmangel äußerst negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, sollte man im Skiurlaub darauf achten, dass zumindest ein Liter mehr als zu Hause getrunken wird. Und das idealerweise über den ganzen Tag, also auch während des Skifahrens, verteilt.

•   Erhöhte UV-Strahlung
Pro 1000 Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-B-Strahlung um 15-20 % zu. Dazu kommt, dass Schnee und Eis einen Großteil der Strahlung reflektieren, weshalb die Belastung im Gebirge besonders hoch ist. Da der Eigenschutz der Haut im Winter selbst bei dunklen Hauttypen sehr niedrig ist, sind Sonnenschutzcremes mit hohem Licht­schutzfaktor notwendig, um sich entsprech­end vor Sonnenbrand zu schützen. Auch Skibrillen mit entsprechendem UV-Filter sind Pflicht! Nur sie schützen sowohl vor der Sonnenstrahlung (und damit vor unangenehmen Begleiterscheinungen wie Schneeblindheit, einer Entzün­dung von Horn- und Bindehaut, die bis zu zwei Tage äußerst schmerzhaft sein kann), dem Fahrtwind und bieten mechanischen Schutz bei Stürzen.

•   Sauerstoffmangel
Zwar bleibt der Sauerstoffanteil in der Luft mit etwa 21 % bis Höhen von über zwölf Kilometer konstant, jedoch sinken der Luftdruck und damit der Sauerstoffpartialdruck mit zunehmender Höhe ab. Dies führt zu einer verlangsamten Aufnahme des Sauerstoffs aus der Lunge in das Blut und so zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit, die in etwa 10 % pro 1000 Höhenmeter aus‑macht. Subjektiv ist diese Leistungsminderung durch einen Anstieg der Herzfrequenz sowie einer Erhöhung der Atemfrequenz (auch schon in Ruhe) zu erkennen.

Wie Sie das Verletzungsrisiko senken können und spezielle Aufwärmübungen finden Sie in der Print Ausgabe Winter 2009 vom Magazin “Fitness & Vital Coach”.

Hier können Sie die komplette Ausgabe anfordern …

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