Schnelle Küche

Aus dem Logbuch einer modernen Frau mit Job und Familie

Schnelle KücheNach dem Büro springt Ute in ihr Auto und eilt nach Hause. Sie weiß, dass ihre Kinder jeden Moment nach Hause kommen werden und dann muss etwas Warmes auf dem Tisch stehen. Ute würde eine warme Mahlzeit auch nicht schaden, nachdem sie sich in letzter Zeit meist von Wurstsemmeln und Zuckerbomben ernährt hat – zwischen zwei Kunden­termine hat sie das Zeug runtergewürgt. Im abendlichen Büroverkehr, der zäh dahin rollt, geht sie den Inhalt ihres Kühlschranks durch. Oh je, da wird sich kein ordentliches Essen ausgehen. Soll sie noch schnell einkaufen gehen? Keine Zeit! Bei dem Verkehr! Nachdem Ute einige mögliche Essensvarianten durchgespielt hat, landet sie dort, wo sie meistens landet – sie bestellt noch im Auto telefonisch Fast Food. Den Kindern ist es recht, ihrem Körpergefühl allerdings nicht. Das erkaltende Fast Food liegt wie ein Klumpen in Utes Magen, Sodbrennen macht sich breit und das Gefühl, zwar voll aber nicht angenehm satt zu sein. Sie fühlt sich ausgebrannt und müde.

Essen mit Energie
Einen vollen Magen haben, sich schwer und unzufrieden fühlen. Wer kennt das nicht. In der Anthropos Akademie wurde ein Life Coach Projekt gestartet „Essen mit Energie“. „Essen mit Energie“ ist die Antwort auf ein hektisches Leben bei dem viele darauf verzichten, bewusst und liebevoll für sich zu sorgen. Der Anthropos Ansatz legt Wert auf das Körpergefühl, das uns Menschen sagt, was wir an Nahrungsmitteln brauchen und wie wir uns ohne großen Aufwand gesund und bewusst ernähren können.Hier sind die einzelnen Schritte für „Essen mit Energie“ für Sie zum Ausprobieren:

Einkaufen
Legen Sie einen Vorrat an Lebensmitteln an, sodass Sie etwas zum Kochen zu Hause haben. Wenn nichts da ist, greift man leicht zu Fast Food. Es hilft, wenn man anfangs mit einer Checkliste einkaufen geht, damit man auch wirklich die Lebensmittel einkauft, die zum Kochen geeignet sind und nicht nur Zwi­schenmahlzeiten.

Das Wichtigste beim Einkaufen ist die Freude und Lust. Wählen Sie die Nahrungsmittel bewusst aus, die Sie kaufen möchten und lassen Sie dabei Ihre Phantasie spielen. Wozu inspi­riert Sie der Fisch? Was würden Sie mit diesem Gemüse am liebsten kochen? Spüren Sie Ihre Lust, in den Apfel zu beißen, der vor Ihnen liegt. Belassen Sie es nicht nur beim Denken, sondern spüren Sie förmlich wie das Essen in Ihrer Phantasie schmecken wird und wie sich Ihr Körper darauf freut. So werten Sie Ihre Le­bensmittel bereits beim Einkaufen auf.

Eine meiner Töchter fragte mich einmal, als wir mit unserem Einkaufswagen bei der Kasse standen: „Warum schauen die Sachen in unserem Wagerl lebendiger aus, als bei den andern?“ Genau darum geht es. Wir nehmen mit der Nahrung Energie zu uns. Energie, die wir zum Leben brauchen. Unser Körper wandelt das Essen in Tatkraft, in Freude, in Bewegung und in Liebe um. Wenn wir schon dem Einkauf unsere liebevolle Aufmerksamkeit schenken, setzen wir einen ersten Schritt zu wertvoller Ernährung.

Kochen
Bevor ich zu kochen beginne spüre ich in meinen Körper hinein, worauf er Lust hat. Habe ich am Vortag viel Fleisch gegessen, dann mag er meist nicht wieder Fleisch. Ist es kühl, liebt er warme Speisen wie z.B. Gemüsesuppen. Im Frühling möchte mein Körper Kräuter und Frisches. Nachdem ich den Impuls des Körpers abge­wartet habe, schaue ich, was ich zu Hause habe und mache mich daran, meine Körper-Essens-Lust in die Tat umzusetzen. Dazu lege ich mir gerne die Zutaten auf den Tisch. Da kann ich sie sinnlich erfahren.

Koordinierte Zubereitung
Damit das Essen rasch fertig ist, ist eine koordinierte Zubereitung wichtig. Ich beginne damit, alle Zutaten herzurichten, dann schneide ich die Zutaten und bereite das als erstes zu, was die längste Garzeit hat. Beispielsweise fange ich damit an, die Vollkornnudeln zuzustellen, dann brate ich das Fleisch, denn es braucht ein paar Minuten Ruhezeit und während es vor sich hin brutzelt, brate ich das Gemüse. In der Zeit, in der alles am Ofen steht, bereite ich den Salat zu.

Fleisch oder Fisch in 10 min.
Schnelle Küche kann sehr gesund sein und ist nicht aufwändig. Gerne brate ich etwas Hühner- oder Putenfleisch oder Fisch in Olivenöl zart an, beträufle es mit Zitrone, Salz und Pfeffer und lasse es einige Minuten zugedeckt stehen, damit es gar wird ohne hart und trocken zu sein. Gut eignen sich auch Shrimps, selbst wenn sie tiefgekühlt sind, sind sie schnell gar. Zum Anrichten kann man frisch gehackte Kräuter dazugeben. Die meisten Kräuter verlieren an Frische, wenn man sie mitkocht, sie sollten frisch dazu gegeben werden. Man kann Petersilie klein hacken und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Olivenöl vermischen und das fertige Fleisch damit bestreichen.

Gemüse in 10 min.
Gemüse wähle ich immer nach der Saison. Ich schneide es klein in Würfel oder Streifen und brate es mit Jungzwiebeln und Olivenöl an. Dann mit ganz wenig Wasser (Tropfenweise, das Gemüse soll nicht baden bis es schlapp wird) immer wieder aufgießen und würzen. Kürbis schmeckt gut, wenn man etwas Curry dazu gibt, das verleiht dem Kürbis etwas Exotisches. Zucchini schmecken interessanter mit Knoblauch (immer klein hacken, niemals quetschen) und Rosmarin. Zu Paradeisern passt gut Basilikum, doch der darf nicht kochen. Eierschwammerl lieben Petersilie und probieren Sie doch einmal Karotten mit Cayenne-Pfeffer oder Kartoffelpüree mit gestoßenem Koriander aus.

Kartoffelsuppe in 15 min.
Wasser in einen Topf geben und dazu 1 Lorbeerblatt, Kartoffeln, Karotten, Sellerie kleinwürfelig schneiden, mit Salz und Pfeffer und getrockneten, gehackten Steinpilzen kochen bis die Zutaten weich sind. Die Suppe mit Obers im Mixer oder Pürierstab pürieren, etwas Petersilie zugeben und mit einem Eierschwammerl oder 1-2 Shrimps pro Person servieren.

Beilagen bis 10 min.
Schnell gekocht, schmackhaft und gesund sind Beilagen wie Couscous, Polenta oder Buchweizen. Couscous muss man nur mit kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen. Polenta schmeckt edel, wenn man in die Milch, in der man ihn kocht, Muskatnuss hinein reibt und Buchweizen passt gut zu Karotten, Zucchini und Pilzen. Natürlich sind Nudeln sehr beliebt und es gibt ein breites Angebot an Vollkornnudeln, die eine kurze Garzeit haben.

Salate
Salate sind ein unverzichtbarer Bestandteil der gesunden Küche. Jetzt im Herbst sind auch warme Salate ein Genuss.

Selleriesalat in 12 min.
Sellerie schälen und fein blättrig schneiden und in Salzwasser kochen. Den gekochten Sellerie abseihen, mit Balsamico und Kürbiskernöl beträufeln und mit geschnittenem Jungzwiebel vermischen. Ein paar Minuten zugedeckt ziehen lassen, damit sich das Aroma des Sellerie entfalten kann. Man kann den Salat auch mit Walnüssen garnieren.

Essen mit und ohne Wahrnehmung
Essen ist nicht gleich Essen. Viele Menschen schalten beim Essen ihre Wahrnehmung weg, damit sie das, was sie essen, auch tatsächlich essen können. Das kann ein erstes Warnsignal für eine beginnende Essstörung sein. Leider wird dies meist nicht als solches erkannt, weil es üblich geworden ist zu essen und dabei nicht zu fühlen. Man kann die Nahrung in sich hineinstopfen, mit den Gedanken bei der Arbeit sein und den Körper abfüllen. Er wird wie ein Kind reagieren, das sich nicht geliebt fühlt. Das kann ebenso zu Übergewicht wie zu Mangelernährung führen.

Mit dem Fühlen beim Essen kann sich nicht nur die Nahrungsaufnahme verändern, sondern auch das, was man essen möchte. Das kann positive Auswirkungen auf das gesamte Leben des Menschen haben. Wenn man fühlend, spürend, empfindend isst, fühlt sich der Körper wahrgenommen und respektiert – er ist nicht länger ein lästiges Anhängsel, das vor allem funktionierend und funktionell zu sein hat, sondern er wird zum Tempel unserer Seele.

Übung zum Essen mit Wahrnehmung
Fragen Sie Ihren Körper, was er essen möchte. Schließen Sie die Augen und probieren Sie einige Nahrungsmittel mit geschlossenen Augen. Schalten Sie dabei ganz Ihr Empfinden ein und fragen Sie Ihren Körper bei jedem Bissen, wie empfindest du das? Was macht dieses Nahrungsmittel mit dir? Beschreiben Sie den Weg, den jeder Bissen vom Schmecken, Kauen, Schlucken bis zum Verdauen nimmt. Achten Sie dabei darauf, was Sie empfinden. Auch das Gefühl, das Sie nach dem Essen haben, ist wertvoll. Denn es ist ein Unterschied, ob man sich voll und doch unbefriedigt fühlt oder ob man nach dem Essen gesättigt und vital ist. Dieses Spiel können Sie auch mit Ihrem Partner, Ihren Kindern und Ihren Freunden ausprobieren.

Ute über ihre Erfahrung bei „Essen mit Energie“ – „wahrnehmen macht mich ruhiger“
Mit den Wahrnehmungsübungen entdeckte Ute ihre Sinnlichkeit wieder. Aus dem Fühlen heraus wurde sie ruhiger, ihr Stress mit dem Essen wurde dadurch geringer. Aus Verboten und ihren eigenen Ernährungsvorschriften wurde mit jedem Bissen ein fühlendes, riechendes, schmeckendes, tastendes Erlebnis. Sie spürt nun früher, wenn sie satt ist und sie isst viel weniger. Sie probiert das auch mit ihren Kindern aus.

Hier können Sie die komplette Ausgabe anfordern …

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