Blutzucker- und Blutfettwerte

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig

Blutzucker- und BlutfettwerteWohlstand und Überfluss bereiten uns volle Tische mit oftmals mehr oder weniger gesundheitsgefährdenden Nahrungsmitteln. Arbeits- und Freizeitstress schlägt sich uns nicht nur auf den Magen, sondern auch auf unsere Blutgefäße. Eine regelmäßige Kontrolle der Blutzucker- und Blutfettwerte kann das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und allgemeine Gefäßverkalkungen reduzieren.

Energielieferant Blutzucker
Chemisch gesehen ist Blutzucker Glucose (=Traubenzucker) und ist wichtigster Energie­träger für unsere Zellen. Diese nehmen den Zucker aus dem Blut auf und verwerten ihn – man spricht dabei auch von Verbrennung – zu Kohlendioxid und Wasser. Dabei entsteht Energie, die für viele Vorgänge in den Zellen notwendig ist.

Den Zucker selbst nehmen wir mit unserer Nahrung auf. Wir essen zwar wenig reinen Traubenzucker, allerdings jede Menge Haus­haltszucker, Stärke aus Mehl oder Kartoffeln. In all diesen Kohlenhydraten ist Glucose enthalten. Kohlenhydrate bestehen aus unterschiedlich langen Zuckerketten, die mit Hilfe der Verdauung in den kleinsten Baustein, den Traubenzucker, gespalten werden. Anschließend gelangt dieser in die Blutbahn und der Blutzuckerspiegel steigt an.

Glucosespeicher
Da unser Blutzuckerspiegel nicht zu sehr abfallen darf, hat die Natur einige Mechanismen eingebaut, die ihn regulieren. Unser Körper legt in der Leber und in den Muskeln Zuckerreserven an. Diese Speicherform der Glucose heißt Glycogen und wird nach dem Essen, wenn wir einen Blutzuckerüberschuss haben, aufgebaut. Zwischen den Mahlzeiten oder beim Sport oder anderer körperlicher Betätigung besteht dann Bedarf an Zucker und Glycogen wird wieder abgebaut, um Glucose frei zu setzen.

Hormone als Überwacher des Blutzuckerspiegels
Die Regulierung des Blutzuckerspiegels ist ein sehr sensibles System. Viele Mechanismen sind daran beteiligt. Steigt der Blutzucker­spiegel nach dem Essen stark an, wird von der Bauchspeicheldrüse Insulin ausgeschüttet, das den Einstrom von Glucose in die Zellen, vor allem in Fett- und Muskelgewebe fördert. Die Folge ist das Absinken des Blutzuckerspiegels. Insulin fördert also den Aufbau des Glucose­speichers Glycogen.

Die Hormone Adrenalin und Noradrenalin führen zu einer raschen Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Sie werden bei Stress, Angst, körperlicher Aktivität und anderen Anstrengungen ausgeschüttet und führen zum Abbau von Glycogen.

Das in der Hirnanhangsdrüse gebildete Wachstumshormon (Somatotropin) kann den Einstrom von Glucose in Muskel- und Fettzellen vermindern und den Abbau von Glycogen vermehren. Es hilft somit, zu niedrige Blutzuckerspiegel zu verhindern.

Zum Thema Blutfette
Gefäßerkrankungen stellen in Mitteleuropa die häufigste Todesursache dar. Prominenteste Vertreter sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Hier spielt Cholesterin eine maßgebliche Rolle. Ein erhöhter Cholesterinwert schädigt die Blutgefäße, Cholesterin lagert sich ab – sie „verkal­ken“. Man spricht zunächst von Arteriosklerose. Verkalken die Blutgefäße immer mehr, kommt es zur Verengung der Blutbahnen und dadurch zur Mangeldurchblutung insbesondere am Herzen und im Gehirn. Im schlimmsten Fall verschließen die Gefäße völlig – Herzinfarkt und Schlaganfall sind die Folge.

Wie kommt es zu einem erhöhten Cholesterinspiegel?
Zum Einem kann die Ursache in einer erblich bedingten Störung des Fettstoffwechsels liegen oder bestimmte Erkrankungen lassen den Cholesterinspiegel in die Höhe schnellen. In den allermeisten Fällen sind wir selbst jedoch die Übeltäter. Falsche und zu üppige Ernährung, zu viel Fett und Cholesterin lassen den Cholesterinspiegel ansteigen.

Schädliches und Gutes Cholesterin
Mediziner unterscheiden zwischen schlechtem und gutem Cholesterin. Damit das fettlösliche Cholesterin im Körper transportiert werden kann, muss es in eine wasserlösliche Form gebracht werden. Dies geschieht mit Hilfe von so genannten Lipoproteinen, die das Cholesterin in eine Eiweißhülle verpacken. Diese Lipoproteine werden nach ihrer Dichte eingeteilt. Von besonderer Bedeutung sind die Lipoproteine niedriger Dichte, kurz LDL (engl. low density lipoprotein), und die hoher Dichte, kurz HDL (high density lipoprotein) genannt. Spricht man von schädlichem Cholesterin, ist die Rede von einem Zuviel an gefährlichem LDL-Cholesterin. LDL enthalten den größten Teil des Cholesterins im Blut und transportieren Cholesterin zu den verschiedenen Organen. Ist zu viel LDL im Blutstrom vorhanden, wird das überschüssige Cholesterin einfach in den Gefäßen abgelagert.

Abhilfe bringen HDL, die bereits in der Gefäßwand abgelagertes Cholesterin aufnehmen und zur Leber zurücktransportieren können, wo es zu Gallensäuren umgebaut und ausgeschieden wird. HDL wirkt somit der Arteriosklerose entgegen. Der HDL-Spiegel sollte also möglichst hoch sein.

Da gibt es noch die Triglyceride
Triglyceride sind ein weiterer Fettstoff im Blut, der zur Schädigung der Blutgefäße führen kann und stellen den Hauptteil unserer Nahrungsfette dar. Triglyceride bestehen aus einem Glyzerinmolekül, das mit drei Fettsäuren verknüpft ist. Dabei können die Fettsäuren unterschiedlich sein – mit einer langen oder kurzen Kohlenstoffkette, mit keiner (=gesättigt), einer (=einfach ungesättigt) oder mehreren (=mehrfach ungesättigt) chemischen Doppel­bindungen. Damit die Triglyceride im Blut transportiert werden können, werden diese in spezielle Fettpartikel (Chylomikronen) verpackt und gelangen damit in die Leber.

Wie hängen Blutzucker und Blutfette zusammen?
Erst in den letzten Jahren wurde erkannt, dass das Fettgewebe nicht nur ein Speicher überschüssiger Energie ist, sondern das größte „stoffwechselaktive“ Organ des Körpers. Mittlerweile weiß man, dass das Fettgewebe, vor allem das als ungesund zu wertende Bauchfettgewebe, eine Unzahl an Hormonen und anderen Substanzen produziert, welche sich entscheidend auf den Gesundheitszustand auswirken können. Da das Fettgewebe am und im Bauch seine Produkte in eine Blutbahn absetzt, welche direkt in die Leber mündet, ist die Leber oft auch ein erster Spiegel der negativen Auswirkungen im Sinne einer Fettleber­erkrankung. Durch den erhöhten Umsatz von Fett im Blutkreislauf kommt es auch zu Fett­stoffwechselstörungen.

Diese Störungen führen aber auch dazu, dass der „Treibstoff“ der Körperzellen, der Blutzucker, nicht mehr in gewohntem Maße in die Energie verbrauchenden Körperzellen geleitet werden kann und somit ein erhöhter Zucker­wert im Blut gemessen wird. Einzelne Substanzen des Fettgewebes schädigen zudem direkt die Produktionsorte des Insulins in der Bauchspeicheldrüse, was zu einer zeitlichen und mengenmäßigen Fehlproduktion und falscher Freisetzung des Insulins führt.

Unter den negativen Substanzen des Bauchfettes befinden sich weiters auch solche, die leichte Entzündungen und Blutdruckerhöhung herbeiführen können.

Metabolisches Syndrom
Kommen die Faktoren Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und erhöhte Blutzuckerwerte zusammen, spricht man vom Metabolischen Syndrom.

Das Metabolische Syndrom ist leicht zu dia­gnostizieren. Mit einem Maßband kann der Bauch­umfang auf Nabelhöhe gemessen werden, der bei Männern nicht über 102 cm und bei Frauen nicht über 88 cm betragen darf. Alles darüber bezeichnet man als „ungesundes Bauchfett“, das ein wesentlicher Risikofaktor für die oben beschriebenen Erkrankungen ist.

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