„Wilder“ Frühlingsgenuss – Frische Kräuter zum Genießen

Endlich sind die Temperaturen wieder so angenehm, dass man gern auch stundenlange draußen durch die Gegend streift – eine Wohltat für Körper und Seele! Der Genuss kann auch beträchtlich verlängert werden: durch das Sammeln und Verzehren von Wildkräutern zum Beispiel.

Kräuter sind eine Bereicherung in unserem Speiseplan, sie peppen selbst einfache Speisen zu einem wahren Gaumengenuss auf und sind oft erst das Tüpfelchen auf dem I. Abseits von Straßen im Garten oder im Wald gepflückt, liefern sie außerdem viele wertvolle Vitamine und andere Inhaltsstoffe.

Frisch gepflückte Wildkräuter enthalten große Mengen an Vitaminen v.a. Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe. Vitamin C unterstützt den Aufbau von Knochen und Bindegewebe und beugt Frühjahrsmüdigkeit vor. Flavonoide (= bioaktive Pflanzenstoffe) haben antimikrobielle und antivirale Wirkung und tragen zu Geschmack und Farbe der Pflanzen bei. Dazu sind frische Kräuter reich an Bitter- und Aromastoffen, welche die Verdauung anregen.

  • Bärlauch: Die wichtigsten Inhaltstoffe von Bärlauch sind Schwefelverbindungen wie Allicin, Vitamin C und Lauchöl. Allicin wirkt im Magen antibakteriell und enthaltene Flavonoide können Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.
  • Brennnesseln: Sind besonders reich an Vitamin C und Eisen, regen den Stoffwechsel an und wirken blutreinigend. Die jungen Brennnesselblätter schmecken in Salaten, Aufläufen oder in Suppen.
  • Giersch: Gilt als klassisches „Unkraut“ im Garten, dabei hat er ungeahnte Fähigkeiten: In der Heilpflanzenkunde wird ihm eine heilende Wirkung bei Gichtleiden und Rheuma zugesprochen. Giersch hat einen aromatischen Geschmack, der an Karotte und Sellerie erinnert.
  • Löwenzahn: Liefert neben Vitaminen reichlich Kalium und Bitterstoffe, diese wirken appetitanregend und verdauungsfördernd. Die Blätter schmecken als Salat, aus den Blüten lässt sich Honig herstellen.

Blüten – ein Augenschmaus am Teller

Die Vielfalt an essbaren Blüten ist groß, einige besondere Schmankerl sind Basilikum, Duftpelargonie, Gänseblümchen, Hibiskus, Holunder, Kapuzinerkresse, Lavendel, Löwenzahn, Malven, Primel, Ringelblumen, Schnittlauch, Thymian, Salbei, Zitronenverbene oder Zucchini. Achtung: Nur Blüten von ungespritzten Pflanzen sammeln und keine giftigen Pflanzen und Blüten sammeln wie z.B. Scharfer Hahnenfuss, Maiglöckchen, Akelei usw.

Tipp: Bei Unsicherheit oder großer Sammelleidenschaft unbedingt ein Fachbuch zu Rate ziehen!

Wildkräuterrezepte zum Nachkochen:

Frühlingssalat

Zutaten:

1 große Schüsse gemischte Wildkräuter (z.B. Löwenzahn, Brennnesseltriebe, Giersch, Bärlauch), 1 Zwiebel, Kürbiskernöl, Essig, Löwenzahnhonig, Salz, Pfeffer, etwas süßen Senf, gehackte Walnüsse, Ziegenkäse

Zubereitung:

Wildkräuter waschen, trocken tupfen, in Streifen schneiden, Brennnesseltriebe sehr fein zerkleinern. Zwiebel schälen, fein hacken und unter die Kräuter mischen. Für das Dressing Essig, Kürbiskernöl und Senf verrühren. Mit Löwenzahnhonig, Salz und Pfeffer abschmecken. Dressing auf dem Salat verteilen und mit gehackten Walnüssen und Ziegenkäse verfeinern.

 

Gierschlasagne mit Brennnesseln

Zutaten

500 g Brennnesselblätter, 500 g Gierschblätter, ½ l passierte Paradeiser, 400 g Lasagneblätter, 2 mittelgroße Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 1/8 Liter Schlagobers, 1 Stk. Mozzarella, Olivenöl, Parmesan oder Hartkäse (zum Bestreuen), Petersilie, Salz, Muskat und etwas Bio-Zitronensaft

Zubereitung:

Fein geschnittene Zwiebel mit zwei klein gehackten Knoblauchzehen in Öl glasig dünsten. Die klein geschnittenen Brennnessel- und Gierschblätter zugeben und zusammenfallen lassen. Mit Salz, Muskat und etwas Zitronensaft würzen und beiseite stellen. Dann die zweite Zwiebel klein schneiden und in Olivenöl anrösten. Petersilie dazugeben und kurz mitrösten lassen. Mit passierten Paradeisern aufgießen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwas Wasser dazugeben. Rund 15 Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit etwas einkocht.

Für die Lasagne Giersch- und Brennnesselgemisch, Paradeisersoße und Lasagneblätter abwechselnd in eine Auflaufform schichten und das Schlagobers darübergießen. Zum Abschluss mit Mozzarellascheiben belegen, Parmesan darüber streuen und im Backrohr bei 200 °C ca. 30 Minuten backen.

Mag. Andrea Ficala

Ernährungsexpertin


Tipp: Broschüre „Wilde Sachen zum Selbermachen“

Die beliebte Broschüre stellt 9 Wildkräuter und 11 Wildobst-Sorten im Portrait vor. Für NaturfreundInnen und GenießerInnen gibt es Tipps zum Erkennen, Ernten und Haltbarmachen, Informationen zu Inhaltsstoffen und Kulturgeschichte und natürlich viele Rezepte. Der Broschüre ist ein Plakat zur besseren Übersicht der “wilden Sachen” beigelegt.

Kosten: € 4,5 zzgl. Versandkosten

Bestellung: www.umweltberatung.at/online-shop oder 02742 21919

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